09.10.2024 – Bakersfield war schon längst erwacht und machte sich mit ordentlich Straßenlärm bemerkbar. Unser Hotel war zwar top, aber die Fenster konnten leider nicht mithalten und entsprechen unseren Schlaf schützen. Nun gut… man kann nicht alles haben. Also packten wir unsere sieben Sachen, denn mehr war es bei der einen Nacht in diesem Hotel ja nicht gewesen. Wir hatten das Hotel mit Frühstück gebucht, denn in den Bewertungen wurde uns ein reichhaltiges Frühstück versprochen. Ein Tipp… seid ganz vorsichtig mit den Bewertungen. Das Frühstück bestand aus Bagels, welche man mit Frischkäse und Fruchtgelee verfeinern konnte und Muffins bzw. anderen Süßkram. Okay… mit einem kontinentalen Frühstück haben wir nicht gerechnet, aber reichhaltig ist unserer Meinung anders. Egal… wir hatten was zwischen den Zähnen und machten uns dann auf den Weg. Nein… noch nicht San Francisco… erstmal tanken… bei Circle K (Diese Tankstellen werden wir wohl nie vergessen. Wer wissen will warum… einfach nachfragen), denn man hörte im Tank schon das Echo. Schließlich hatte uns unser Auto von Cathedral City über Las Vegas bis hierhergebracht. Der Tank war voll und wir machten uns auf den Weg.

Noch immer nicht nach San Francisco… denn es stand noch ein Abstecher zum Walmart an. Hier steht natürlich auch Halloween ziemlich weit oben auf der Angebotsliste.

Und ganz wichtig… die Bierreserven nicht vergessen. So sieht das Kühlregal mit dem edlen Getränk aus.

Dann ging es aber wirklich los. Wir fuhren auf der I-5 Richtung Norden und ganz langsam die Wüste hinter uns. Eigentlich war es ja nicht mehr die „echte“ Wüste, sondern eher noch Ausläufer, welche Richtung Norden reichen. Aber die Umgebung änderte sich nur zaghaft.

Man mag es kaum glauben, aber die Gegend entlang der I-5 gehört zu den fruchtbarsten Gegenden in Kalifornien. Wir sprechen hier von einer Länge von über 200 Meilen. Allerdings muss dazu auch Wasser da sein. Wie wir gelesen hatten, zerstörten Brände den natürlichen Kreislauf. Die Vegetation wurde durch die Brände zerstört – das Löschwasser verseuchte durch die enthaltene Chemie den Boden. Nur spärlich konnte sich die Vegetation erholen, bis es wieder brannte. Uns so ist das teilweise auch heute noch. Da das Wasser von oben immer knapper wird muss man zur Bewässerung fast jährlich neu nach Wasser bohren. Die Wasservorkommen sinken immer weiter ab. Ob die Bewirtschaftung der Äcker diesen Teufelskreis durchbrechen kann… ich denke, niemand kann das voraussagen. Jedenfalls wird hier dennoch Ackerbau und Viehzucht betrieben. Wir hatten ja bereits erwähnt, dass es hier Apfelplantagen gibt. Inzwischen gesellten sich riesige Flächen an Mandelbäumen dazu, Baumwollfelder und… jepp… jeder kennt den Wein aus Kalifornien. Für den werden hier nicht mal Weinberge benötigt, da die Sonne das ganze Jahr über in der erforderlichen Intensität scheint.

Wir waren ja noch immer auf der I-5 Richtung Norden unterwegs. Auf den Schildern sahen wir, dass es nach Sacramento fast die gleiche Entfernung, wie bis nach San Francisco ist. Da wir ja eh geplant hatten, von San Francisco einen Abstecher nach Sacramento zu machen, hatten wir unseren Plan über den Haufen geworfen und gleich Sacramento angesteuert. Das würde uns ca. 2 Stunden Fahrzeit sparen und wir hätten den kompletten Tag für die Erkundung von Frisco.  Also gesagt getan… wir fuhren weiter auf der I-5. Nur zur Erklärung… wir mussten unseren Weg kaum ändern, denn die Strecken teilen sich erst südlich von Stockton.

Aber bis dahin waren es noch ein paar „Meter“. Nach ca. 2 Stunden waren wir dann bereit, eine kleine Pause einzulegen. Am Straßenrand machte man uns schon eine ganze Weile auf „Andersen‘s“ aufmerksam. Ja… die Straßenwerbung kann penetrant sein. Allerdings erreichten wir dann Santa Nella und sahen schon von weitem eine Windmühle. Eine Windmühle… hier in Kalifornien? Okay… wir waren uns sicher, dass kann keine echte Windmühle sein. Aber die hatten es geschafft… wir waren neugierig und fuhren von der Interstate runter, genau dorthin. Andersen`s ist im Prinzip eine ganz kleine Restaurantkette mit genau 2 Filialen. Und in diese hier mussten wir rein… und wir wurden nicht enttäuscht.

Eigentlich ist das ein Diner, wie an vielen anderen Stellen auch – jedoch mit einem Hauch von holländischem Flair. Hauch… nicht Rauch! 😀 Wir bestellten uns dann eine Kleinigkeit „to share“, denn richtig Hunger hatten wir ja nicht. Außerdem freuten wir uns endlich auf ein Steak in San Francisco.

Nach einer Stunde ging die Fahrt dann weiter… immer weiter und weiter. So langsam wurde die Umgebung auch richtig grün und die ersten Rinder erschienen auf der Bildfläche. Teilweise konnte man auch Cowboys bei der Arbeit sehen. Allerdings sind die immer wieder so schnell vorbei gewesen, denn Schritttempo auf der Interstate… das geht einfach nicht.

Bine hatte inzwischen ein historisches Eckchen in Sacramento rausgesucht, wo wir uns diese berühmte Stadt anschauen wollten, welche „Middle of the Road“ bereits 1971 besungen hatten. Allerdings führte uns dieser Weg nach Folsom, welches etwas nördlich von Sacrament liegt. Also das Auto gewendet und dann waren wir bald in Sacramento.

In dem Lied von „Middle of the Road“ heißt es weiter… „You’re in Sacramento, a wonderful town“. Ich habe keinen Plan, ob die sich damals etwas ungesundes Zeug eingeworfen hatten, oder die Stadt in den letzten gut 50 Jahren einen Wandel erlebt hat, der nicht wirklich positiv sein kann. Jedenfalls gibt es hier, wie in vielen Städten der USA nichts zu sehen, was einen dazu einlädt, sich anzusiedeln. Ungemütliche Dreckecken und wenn es nicht die Old Sacramento Waterfront gegeben hätte, dann wären wir ohne Halt wieder weitergefahren. Aber an der Old Sacramento Waterfront war die Welt für uns noch in Ordnung. Im Grunde handelt es sich um ein 11 Hektar großes Viertel von Sacramento, wo es über 100 Restaurants, Geschäfte und Museen gibt. Das war schon sehr sehenswert.

Und dann ist da ja auch noch der Sacramento River, mit einem Dampfschiff als Hotel und… putzigen Seelöwen, welche lautstark zeigen wollten, wer hier der „Platzhirsch“ ist

Icecreme in Sacramento… das klingt nach dem Titel eines Top-10 Hits! Ich sollte daran arbeiten…  😀 Jedenfalls konnten wir uns nicht das nicht verkneifen. Auch wenn es wirklich sehr lecker war und der ganze Laden ziemlich schräg wirkte… in Deutschland ein Softeis für über 4 Euro… das muss man schon wollen.

Nach ca. einer Stunde mussten wir uns dann losreißen, denn es ging ja noch weiter nach San Francisco. Also machten wir an der Stadt, wo der Sacramento River und der American River zusammenfließen einen Haken und gingen wieder auf die Piste. Es ist ja so, dass viele Wege nach Rom ääähhh… San Francisco führen. Mit, oder ohne Maut… das war hier die Frage? Die Antwort war schnell gefunden, denn wir sparten über die Strecke mit Maut eine glatte Stunde ein. Da es bereits ca. 17:30 Uhr war, brauchten wir nicht viel Zeit für diese Entscheidung. So ging es dann über die I-80 bis an die erste Brücke. Sollte das bereits die Golden Gate sein? Nein… auf keinen Fall war sie das… viel zu kurz, viel zu klein und viel zu früh.

Also ging es weiter bis Oakland. Und hier mussten wir durch die Maut-Station. Das ist eigentlich nicht weiter aufregent, wenn hier nicht 16 Spuren durchführen würden. Und man musste da sogar anstehen. Ein kurzer Blitz… Kennzeichen gesannt und die Rechnung über 7 Dollar kommt später von der Autovermietung.

Wie kommt man aber von diesen ganzen Spuren auf… sagen wir mal 3 oder 4 oder 6. Wir hatten keinen Plan, wie das klappen sollte. Aber da muss den Amis das wirklich lassen. Ein ausgeklügeltes Ampelsystem reduzierte die ganzen Spuren auf die Hälfte. Der Rest funktionierte durch einfädeln, bis auf 5 Spuren.

Und dann lag sie vor uns… bzw. unter uns… die Golden Gate!!! Nö… war sie nicht… kein Stück… Irrtum vom Amt. Und dabei hatte ich unendlich Herzklopfen… alles für die Katz! Es war die San Fracisco-Oakland Bridge – auch sehr lang, länger als die Golden Gate, aber sie war es eben nicht. An dieser Stelle spürt man sicherlich meine Enttäuschung. 😉

Von hier konnte man aber bereits Alcatraz sehen, aber das Foto ist zu dunkel geworden. Wie man auf den Fotos sieht, bewegte sich die Sonne langsam unter die Wasseroberfläche. 😉 In der Dunkelheit durch San Francisco… als hätte ich mir nicht sehnlicher gewünscht. Eins muss ich sagen… Frisco ist eine Großstadt, auch wenn sie nicht die Haupststadt von Kalifornien ist. Aber hier wirft die Skyline unendliche Schatten auf die Straße. Okay… aber nur, wenn es hell ist. 😀 Also ließen wir uns von Google zum Hotel führen und zack… zu früh abgebogen. Es ist nicht einfach, wenn man sich einmal verfahren hat… in San Francisco. Viele Einbahnstraßen und das magere GPS-Signal, welches die Hochhäuser eh einschränkten, machten die Suche nicht einfach, aber die Aufgabe war lösbar. Hotel gefunden, Check-In erledigt, das Auto in der Tiefgarage angegeben und schon waren wir auf dem Weg zum Zimmer, welche es im Historischen Gebäudeteil des Hotels liegt. Historisch hat hier unbedingt, die gleiche Bedeutung, wie in Deutschland. Historisch bedeutet hier auch… alt. Bilder dazu kommen im morgigen Beitrag. Jedenfalls wollten wir uns ja noch ein Steak einwerfen, was nicht einfach war. Die Restaurants waren außer sehr teuer, auch in der Lage bereits um 21 Uhr zu schließen. Warum? Wir konnte es später nur erahnen. Die Alternative war Burger King, was für heute reichen sollte. Aber am Abend in der Dunkelheit durch San Francisco… das hat schon was von Halloween, allerings das ganze Jahr über. Es ist schon sehr gruselig und es gibt hier jede Menge Leute, wo man sich fragt… was haben die sich für ungesunde Substanzen eingeworfen.  Auch wenn wir schon am Abend die Cable Car gesehen hatten… unser erster Eindruck von Frisco hat uns ein wenig schockiert.  Wir müssen aber einfach sehen, wie die Lage am Tage aussieht. In diesem Sinne genehmigten wir uns einen Schlaftrunk, welcher nach über 450 Meilen – ca. 730 km – eigentlich nicht mehr erforderlich war. Aber was muss, dass muss und es stehen neue Abenteuer vor der Tür.

Seid gespannt… wir sind es auch!