Begleite Sabine und Jens auf ihren Reisen durch die Welt

Autor: orion63 (Seite 2 von 3)

Tag 7 – Die Wüste, unendliche Weiten – Fahrt nach Bakersfield

08.10.2024 – Die ersten 6 Tage liegen hinter uns. Das bedeutet für uns… die erste Halbzeit unserer Reise  ist vorbei. Ein würdiger Moment, um Las Vegas den Rücken zu kehren. Unser nächstes Ziel ist San Francisco, allerdings mit über 09:00 Stunden Fahrzeit doch ein Stück zu weit für einen Rutsch. Also hatten wir uns bei unserer Planung  entschieden, in Visalia zu übernachten. Gestern buchten wir dann jedoch ein Hotel in Bakersfield, da sich dieser Ort ungefähr auf der Hälfte der Strecke befindet.

Um ca. 10:40 Uhr machten wir uns ohne Frühstückauf den Weg und entdeckten dann bei der Fahrt zur Interstate dieses hier. Wir gehen mal davon aus, dass es sich um eine Paintball-Area handelt. 😉

Und dann auch noch dieses Gebäude… ohne es politisch zu werten… wir werden sehen, wie lange das „Haus“ noch diesen Namen trägt. 😀

Eigentlich ist es ja immer Wahnsinn, wie schnell man aus solch einer Stadt raus ist und schon über die Interstate rollt. In diesem Fall die I-15, auf welcher wir nicht mal 48  Stunden zuvor, nach Las Vegas eingeflogen sind. Und deswegen waren wir auch noch immer inmitten der Mojave-Wüste, auch wenn mit einer gewissen Sicherheit im Rücken. Nein… auch wenn wir die Möglichkeit gehabt hätten… wir blieben auf der sicheren Route. So rollten wir vorbei an Sloan, Richtung Süden. An dieser Stelle muss ich unseren Freund Mirko zitieren… „Die Wüste, unendliche Weiten“ So ist es wirklich! Wenn man denkt… da hinten muss doch das Ende sein… Hmmm… nö, es geht immer weiter. Wüste, Sträucher und im Hintergrund die Berge.

Inzwischen spürten wir doch, dass es so langsam an der Zeit war, etwas Nahrung zu suchen und zu finden. Bine hatte für uns das „Whiskey Pete’s“ in Primm auserkoren, um uns in das Gefühl der Sättigung zu bringen. (Ich schwimme grade in Poesie 😀 ) Was wir nicht wussten, es war nicht einfach nur ein Hotel, sonder ein Resorts mit… na… genau… einem Casino. Ist ja quasi in der Nähe von Vegas. Eins musste man diesem Casino aber zugestehen… es war supertoll eingerichtet.

Aber viel wichtiger war… wir konnten hier im IHOP frühstücken. Und das außerordentlich gut, mit Kaffee satt und blasefüllender Garantie. 😀 Nein mal im Ernst… Kaffee hat ja manchmal diese Eigenschaft.

Aber passiert  ist passiert und wir fuhren weiter Richtung Bakersfield. Um uns herum… genau… noch immer die Wüste Mojave. Allerdings ließen wir den Mojave Nationalpark südlich von uns liegen und kamen so wieder nach Kalifornien.

Kurz vor Barstow (vermutlich stammt der Name dieser Stadt aus Deutschland – ich muss da mal recherchieren) sahen wir ein Schild „Historic Route 66“. Oh ja… für uns ist das noch immer ein Magnet. Darum fuhren wir von der I-15 runter und rein nach Barstow. Wir fuhren dann ein Stück auf der Route 66, einmal gewendet und wieder zurück auf die ursprünglich Strecke.

An dieser Stelle ist hier das Ergebnis meiner Recherche, auch wenn ich ein wenig enttäuscht bin. Die Stadt wurde nach dem Präsidenten der Santa – Fe Eisenbahngesellschaft, William Barstow Strong benannt. Auch wenn Wikipedia was anderes behauptet… die Wurzeln reichen garantiert bis nach Deutschland.

Inzwischen hatten wir die I-15 verlassen und und unsere Fahrt ging auf dem California Highway 58 zwischen Bergketten hindurch, wo sich Vegetation und keine Vegetation abwechselten. Uns faszienierte es gewaltig, dass sich an den Bergen zwischen den mal vorhandenen Bäumen eine Eisenbahnlinie schmiegte. Man hatte das Gefühl, dass hier das Stück einer Modelleisenbahnanlage implantiert wurde.

Nach einiger Zeit wurden die Berge dann immer flacher und änderten auch Ihre Farbe. Auf den ersten Blick dachten wir, dass die Wüste nie aufhört und alles Sandhügel sind. Ähm… nein… für mich war es dann ganz klar, die Hügel haben Fell! Ja okay… auch wenn es so aussieht, das Fell entpuppte sich als hellgelbes Gras (hat nichts mit Amsterdam zu tun). Einfach unbeschreiblich und irgendwie schön!

Das war eindeutig mal ein anderer Anblick, als den, welchen wir schon stundenlang bewundern durften. Weiter ging die Fahrt vorbei an Mojave mit seinem Flughafen und Tehachapi. Und wenn du denkst, jetzt hast du alles gesehen, wächst da plötzlich eine Ölpumpe auf dem Acker. Ja, wir waren noch immer in Kalifornien. Außer dem Kalofornischen Goldrausch von damals, wird hier auch Erdöl gefördert. In kleinerem Rahmen, aber immerhin.

Na ja… irgendwie muss ja auch das Wasser finanziert werden, welches zum Beregnen der Ackerflächen benötigt wird. Und damit erklärt sich auch, wie der Wandel der Vegetation zustande kommt. Denn hier gibt es Apfelplantagen und bewirtschaftete Ackerflächen.

Nach fast 5 Stunden hatten wir es geschafft… wir waren in Bakersfield angekommen. Das Hotel in der Nähe der Route 58 ist ideal gelegen, um morgen unsere Fahrt nach Frisco fortzusetzen. Gegenüber des Hotels war ein kleiner Laden, der relativ preisgünstig Bier anbietet. Auch ideal… um die Bierreserven aufzufüllen. Ist eigentlich jemandem aufgefallen, dass wir auf dieser USA-Reise relativ wenig Bier gekauft haben? Okay… bisher, denn wir haben ja noch etwas Zeit, diesen schlechten Ruf zu verbessern. 😀

Direkt neben dem Hotel ist auch ein Chinese Buffet. Ja warum denn nicht auch das mal machen? Meine Güte… ich bin noch immer satt. Aber wenn man sieht, was so manche Einheimische verdrücken können, ist das schon unfassbar. Na jedenfall sind wir gut gefüllt auf unser Zimmer zurück und gönnten uns eine Pause. Na gut, manche nennen es Nachmittagsschlaf, aber wir hatten ja eh in Bakersfield kein Sightseeing geplant. Nun ist es auch schon wieder 21:15 Uhr – in Deutschland geht dagegen bald wieder die Sonne auf. Das Hotel in Frisco ist gebucht und wenn es nur annähernd das hält, was es verspricht, wird es schon ziemlich cool. Der Bericht vom heutigen Tag ist fertig und wir gönnen uns ein Schlafbier. Tja… der heutige Bericht ist nicht so üppig, wie in den letzten Tagen. Aber wenn man die ganze Zeit im Auto unterwegs ist, fallen die interessanten Sachen einem nur schwer vor das Auto. Morgen gehts dann weiter mit neuen Abenteuern.

Seid gespannt… wir sind es auch!

Tag 8 – If you’re going to San Francisco

09.10.2024 – Bakersfield war schon längst erwacht und machte sich mit ordentlich Straßenlärm bemerkbar. Unser Hotel war zwar top, aber die Fenster konnten leider nicht mithalten und entsprechen unseren Schlaf schützen. Nun gut… man kann nicht alles haben. Also packten wir unsere sieben Sachen, denn mehr war es bei der einen Nacht in diesem Hotel ja nicht gewesen. Wir hatten das Hotel mit Frühstück gebucht, denn in den Bewertungen wurde uns ein reichhaltiges Frühstück versprochen. Ein Tipp… seid ganz vorsichtig mit den Bewertungen. Das Frühstück bestand aus Bagels, welche man mit Frischkäse und Fruchtgelee verfeinern konnte und Muffins bzw. anderen Süßkram. Okay… mit einem kontinentalen Frühstück haben wir nicht gerechnet, aber reichhaltig ist unserer Meinung anders. Egal… wir hatten was zwischen den Zähnen und machten uns dann auf den Weg. Nein… noch nicht San Francisco… erstmal tanken… bei Circle K (Diese Tankstellen werden wir wohl nie vergessen. Wer wissen will warum… einfach nachfragen), denn man hörte im Tank schon das Echo. Schließlich hatte uns unser Auto von Cathedral City über Las Vegas bis hierhergebracht. Der Tank war voll und wir machten uns auf den Weg.

Noch immer nicht nach San Francisco… denn es stand noch ein Abstecher zum Walmart an. Hier steht natürlich auch Halloween ziemlich weit oben auf der Angebotsliste.

Und ganz wichtig… die Bierreserven nicht vergessen. So sieht das Kühlregal mit dem edlen Getränk aus.

Dann ging es aber wirklich los. Wir fuhren auf der I-5 Richtung Norden und ganz langsam die Wüste hinter uns. Eigentlich war es ja nicht mehr die „echte“ Wüste, sondern eher noch Ausläufer, welche Richtung Norden reichen. Aber die Umgebung änderte sich nur zaghaft.

Man mag es kaum glauben, aber die Gegend entlang der I-5 gehört zu den fruchtbarsten Gegenden in Kalifornien. Wir sprechen hier von einer Länge von über 200 Meilen. Allerdings muss dazu auch Wasser da sein. Wie wir gelesen hatten, zerstörten Brände den natürlichen Kreislauf. Die Vegetation wurde durch die Brände zerstört – das Löschwasser verseuchte durch die enthaltene Chemie den Boden. Nur spärlich konnte sich die Vegetation erholen, bis es wieder brannte. Uns so ist das teilweise auch heute noch. Da das Wasser von oben immer knapper wird muss man zur Bewässerung fast jährlich neu nach Wasser bohren. Die Wasservorkommen sinken immer weiter ab. Ob die Bewirtschaftung der Äcker diesen Teufelskreis durchbrechen kann… ich denke, niemand kann das voraussagen. Jedenfalls wird hier dennoch Ackerbau und Viehzucht betrieben. Wir hatten ja bereits erwähnt, dass es hier Apfelplantagen gibt. Inzwischen gesellten sich riesige Flächen an Mandelbäumen dazu, Baumwollfelder und… jepp… jeder kennt den Wein aus Kalifornien. Für den werden hier nicht mal Weinberge benötigt, da die Sonne das ganze Jahr über in der erforderlichen Intensität scheint.

Wir waren ja noch immer auf der I-5 Richtung Norden unterwegs. Auf den Schildern sahen wir, dass es nach Sacramento fast die gleiche Entfernung, wie bis nach San Francisco ist. Da wir ja eh geplant hatten, von San Francisco einen Abstecher nach Sacramento zu machen, hatten wir unseren Plan über den Haufen geworfen und gleich Sacramento angesteuert. Das würde uns ca. 2 Stunden Fahrzeit sparen und wir hätten den kompletten Tag für die Erkundung von Frisco.  Also gesagt getan… wir fuhren weiter auf der I-5. Nur zur Erklärung… wir mussten unseren Weg kaum ändern, denn die Strecken teilen sich erst südlich von Stockton.

Aber bis dahin waren es noch ein paar „Meter“. Nach ca. 2 Stunden waren wir dann bereit, eine kleine Pause einzulegen. Am Straßenrand machte man uns schon eine ganze Weile auf „Andersen‘s“ aufmerksam. Ja… die Straßenwerbung kann penetrant sein. Allerdings erreichten wir dann Santa Nella und sahen schon von weitem eine Windmühle. Eine Windmühle… hier in Kalifornien? Okay… wir waren uns sicher, dass kann keine echte Windmühle sein. Aber die hatten es geschafft… wir waren neugierig und fuhren von der Interstate runter, genau dorthin. Andersen`s ist im Prinzip eine ganz kleine Restaurantkette mit genau 2 Filialen. Und in diese hier mussten wir rein… und wir wurden nicht enttäuscht.

Eigentlich ist das ein Diner, wie an vielen anderen Stellen auch – jedoch mit einem Hauch von holländischem Flair. Hauch… nicht Rauch! 😀 Wir bestellten uns dann eine Kleinigkeit „to share“, denn richtig Hunger hatten wir ja nicht. Außerdem freuten wir uns endlich auf ein Steak in San Francisco.

Nach einer Stunde ging die Fahrt dann weiter… immer weiter und weiter. So langsam wurde die Umgebung auch richtig grün und die ersten Rinder erschienen auf der Bildfläche. Teilweise konnte man auch Cowboys bei der Arbeit sehen. Allerdings sind die immer wieder so schnell vorbei gewesen, denn Schritttempo auf der Interstate… das geht einfach nicht.

Bine hatte inzwischen ein historisches Eckchen in Sacramento rausgesucht, wo wir uns diese berühmte Stadt anschauen wollten, welche „Middle of the Road“ bereits 1971 besungen hatten. Allerdings führte uns dieser Weg nach Folsom, welches etwas nördlich von Sacrament liegt. Also das Auto gewendet und dann waren wir bald in Sacramento.

In dem Lied von „Middle of the Road“ heißt es weiter… „You’re in Sacramento, a wonderful town“. Ich habe keinen Plan, ob die sich damals etwas ungesundes Zeug eingeworfen hatten, oder die Stadt in den letzten gut 50 Jahren einen Wandel erlebt hat, der nicht wirklich positiv sein kann. Jedenfalls gibt es hier, wie in vielen Städten der USA nichts zu sehen, was einen dazu einlädt, sich anzusiedeln. Ungemütliche Dreckecken und wenn es nicht die Old Sacramento Waterfront gegeben hätte, dann wären wir ohne Halt wieder weitergefahren. Aber an der Old Sacramento Waterfront war die Welt für uns noch in Ordnung. Im Grunde handelt es sich um ein 11 Hektar großes Viertel von Sacramento, wo es über 100 Restaurants, Geschäfte und Museen gibt. Das war schon sehr sehenswert.

Und dann ist da ja auch noch der Sacramento River, mit einem Dampfschiff als Hotel und… putzigen Seelöwen, welche lautstark zeigen wollten, wer hier der „Platzhirsch“ ist

Icecreme in Sacramento… das klingt nach dem Titel eines Top-10 Hits! Ich sollte daran arbeiten…  😀 Jedenfalls konnten wir uns nicht das nicht verkneifen. Auch wenn es wirklich sehr lecker war und der ganze Laden ziemlich schräg wirkte… in Deutschland ein Softeis für über 4 Euro… das muss man schon wollen.

Nach ca. einer Stunde mussten wir uns dann losreißen, denn es ging ja noch weiter nach San Francisco. Also machten wir an der Stadt, wo der Sacramento River und der American River zusammenfließen einen Haken und gingen wieder auf die Piste. Es ist ja so, dass viele Wege nach Rom ääähhh… San Francisco führen. Mit, oder ohne Maut… das war hier die Frage? Die Antwort war schnell gefunden, denn wir sparten über die Strecke mit Maut eine glatte Stunde ein. Da es bereits ca. 17:30 Uhr war, brauchten wir nicht viel Zeit für diese Entscheidung. So ging es dann über die I-80 bis an die erste Brücke. Sollte das bereits die Golden Gate sein? Nein… auf keinen Fall war sie das… viel zu kurz, viel zu klein und viel zu früh.

Also ging es weiter bis Oakland. Und hier mussten wir durch die Maut-Station. Das ist eigentlich nicht weiter aufregent, wenn hier nicht 16 Spuren durchführen würden. Und man musste da sogar anstehen. Ein kurzer Blitz… Kennzeichen gesannt und die Rechnung über 7 Dollar kommt später von der Autovermietung.

Wie kommt man aber von diesen ganzen Spuren auf… sagen wir mal 3 oder 4 oder 6. Wir hatten keinen Plan, wie das klappen sollte. Aber da muss den Amis das wirklich lassen. Ein ausgeklügeltes Ampelsystem reduzierte die ganzen Spuren auf die Hälfte. Der Rest funktionierte durch einfädeln, bis auf 5 Spuren.

Und dann lag sie vor uns… bzw. unter uns… die Golden Gate!!! Nö… war sie nicht… kein Stück… Irrtum vom Amt. Und dabei hatte ich unendlich Herzklopfen… alles für die Katz! Es war die San Fracisco-Oakland Bridge – auch sehr lang, länger als die Golden Gate, aber sie war es eben nicht. An dieser Stelle spürt man sicherlich meine Enttäuschung. 😉

Von hier konnte man aber bereits Alcatraz sehen, aber das Foto ist zu dunkel geworden. Wie man auf den Fotos sieht, bewegte sich die Sonne langsam unter die Wasseroberfläche. 😉 In der Dunkelheit durch San Francisco… als hätte ich mir nicht sehnlicher gewünscht. Eins muss ich sagen… Frisco ist eine Großstadt, auch wenn sie nicht die Haupststadt von Kalifornien ist. Aber hier wirft die Skyline unendliche Schatten auf die Straße. Okay… aber nur, wenn es hell ist. 😀 Also ließen wir uns von Google zum Hotel führen und zack… zu früh abgebogen. Es ist nicht einfach, wenn man sich einmal verfahren hat… in San Francisco. Viele Einbahnstraßen und das magere GPS-Signal, welches die Hochhäuser eh einschränkten, machten die Suche nicht einfach, aber die Aufgabe war lösbar. Hotel gefunden, Check-In erledigt, das Auto in der Tiefgarage angegeben und schon waren wir auf dem Weg zum Zimmer, welche es im Historischen Gebäudeteil des Hotels liegt. Historisch hat hier unbedingt, die gleiche Bedeutung, wie in Deutschland. Historisch bedeutet hier auch… alt. Bilder dazu kommen im morgigen Beitrag. Jedenfalls wollten wir uns ja noch ein Steak einwerfen, was nicht einfach war. Die Restaurants waren außer sehr teuer, auch in der Lage bereits um 21 Uhr zu schließen. Warum? Wir konnte es später nur erahnen. Die Alternative war Burger King, was für heute reichen sollte. Aber am Abend in der Dunkelheit durch San Francisco… das hat schon was von Halloween, allerings das ganze Jahr über. Es ist schon sehr gruselig und es gibt hier jede Menge Leute, wo man sich fragt… was haben die sich für ungesunde Substanzen eingeworfen.  Auch wenn wir schon am Abend die Cable Car gesehen hatten… unser erster Eindruck von Frisco hat uns ein wenig schockiert.  Wir müssen aber einfach sehen, wie die Lage am Tage aussieht. In diesem Sinne genehmigten wir uns einen Schlaftrunk, welcher nach über 450 Meilen – ca. 730 km – eigentlich nicht mehr erforderlich war. Aber was muss, dass muss und es stehen neue Abenteuer vor der Tür.

Seid gespannt… wir sind es auch!

Tag 9 – Nachts sind alle Katzen grau

Tag 9 – Nachts sind alle Katzen grau

10.10.2024 – So könnte man es genau beschreiben… Nachts sind alle Katzen grau! Das trifft auch für San Francisco zu. Aber immer der Reihe nach. Ich hatte mir den Wecker zu 06:00 Uhr gestellt… eigentlich, denn ich erwachte von alleine um 07:20 Uhr. Was war geschehen? Hatte ich den Wecker ausgemacht? Oder… hatte ich den Wecker doch nicht gestellt? Vermutlich werden wir nie eine Antwort drauf finden. Das Problem war nur meine Wassertablette, welche unseren Aufbruch in das heutige Abenteuer nach hinten geschoben hatte. Das betraf natürlich auch den Blog für den gestrigen Tag. So machten wir uns dann bei frischen 19 C endlich um ca. 10:30 Uhr auf den Weg, um eventuell etwas zum Frühstück zu finden. Vor dem Hotel lief noch immer der lautstark der Streik, was uns aber ziemlich schnuppe war. Vorab aber noch die versprochenen Bilder vom historisch Gebäude des Hotels. Mal ehrlich… hier könnte man auch einen Film drehen. 😉

Aber anstatt etwas zum Frühstück zu finden, gelangten wir an die Abfahrstation der Cable Car – eine DER Attraktionen in Frisco. Wir hatten uns ganz schnell dazu entschlossen, dass das Frühstück noch warten kann.

Also stellte ich mich schon mal an die Warteschlange an und Bine organisierte Tickets. Die einzelne Fahrt kostet 8 Dollar. Bine hatte aber ein Tagesticket organisiert, welches mit 13 Dollar dann ziemlich günstig war und… man konnte mit fast allen Bahnen und Bussen fahren. Na wenn das kein Schnäppchen ist. Diese Cable Car ist schon eine irre Technik. Viel Handarbeit und eine gute Anzahl von Leuten, die diese Technik bedienen können. Alleine die Drehscheibe, wo die Bahn dann in die andere Richtung gebracht wird… uralt, aber einfach genial.

Obwohl die Warteschlange vermuten ließ, dass wir mindestens eine Stunde anstehen, waren wir nach ca. 45 Minuten an der Reihe. Und schon ging die wilde Fahrt Richtung Hafen los. Es ist ja unglaublich… das ganze Leben hört man von dieser Bahn und plötzlich sitzt man drin und fährt damit durch San Francisco.

 

Die Fahrt endete in der Nähe vom Hafen – den Rest musste man allerdings zu Fuß gehen. Wir hatten inzwischen unser erstes Ziel festgelegt – das Hard Roch Cafe von San Francisco, welches sich am Pier 39 befindet. Wir hatten damit die berühmten 2 Fliegen mit einer Klappe geschlagen. „Frühstück“ und der Besuch im HRC Nummer 33. Ich weiß… wir sind viel zu clever für diese Welt. 😀 Genau genommen befindet sich der Hafen im Bezirk Fisherman’s Wharf. Einem wirklich schönen Viertel von Frisco, was natürlich von den Touristen lebt. Der Weg zum HRC hatte uns dabei ehrlich gesagt, eine wenig die Erlebnisse vom Vorabend zu vergessen. Hier gab es so viel zu sehen… wir spürten selbst den leeren Magen nicht mehr. 😉

Dann war es vor uns… das Hard Rock Cafe von San Francisco. Wir wurden mit richtig cooler Livemusik davor empfangen. Das HRC ist nicht besonders groß, aber nett eingerichtet. Hier konnten wir dermaßen unseren Hunger stillen, dass es bis zum Abend reichte. 😀

Selbstverständlich war der Besuch des Shops Pflicht gewesen, denn mein Schrank… na ihr wisst schon. 😉 Aber wenn man schon mal hier, kann man sich am Pier 39 auch mal genauer umschauen. Oh… es ist hier bunt und schön und schön und bunt. Und plötzlich… hörten wir, wie ein Kampfjet über die Dächer des Piers donnerte. Leute ich sage euch… fast wäre der Bolzen in die Buxe gegangen.

Was wir nicht wussten… seit dem 09.10.2024 sind Fleet-Week, wo die Airforce eine Flugshow veranstaltet. Und die ballerten mit den Kampfjets über die Bucht und über den westlichen Teil von San Francisco. Wir hatten Beide dabei das Gefühl zwischen Faszination und Sorge darüber, dass wir und unsere Nachkommen das nicht im Ernstfall erleben müssen.

 

Aber im Prinzip war das schon ziemlich irre. Man hört null Geräusche, wenn die Jets angeflogen kommen. Dann ganz plötzlich ein lautes tiefes Pfeifen und schon sind sie über unsere Köpfe geflogen und waren in wenigen Sekunden am anderen Ende der Bucht. Mal einzeln, mal im Parallelflug, mal in Viererformation, mal im Looping. Ja… es war beeindrucken, aber auch furchterregend, da man keine Chance hatte, die Flieger vorher zu orten.

Übrigens… die Seelöwen am Hafen ließen sich dadurch kein Stück stören.

Okay… das Hard Rock Cafe hatten wir erledigt – nächster Stopp: Golden Gate Brigde. Aber wie kommen wir dahin? Laufen? No way! Warum nicht den Bus nehmen, denn wir hatten dafür ja Tickets. Nun ist es ja nicht so, dass die Busse hier pünktlich fahren. Verspätungen sind ganz normal, aber wir haben ja Urlaub. In Berlin wäre vermutlich mein Puls in ganz andere Bereiche hochgeschossen. Aber hier… „Irgendwann kommt der Bus schon….“ Was uns allerdings schon die ganze Zeit aufgefallen. War… hier fuhren Autos mit einer Art Ventilator auf dem Dach und an den Seiten und hinten und… elektrisch waren die Dinger auch. Das sah schon sehr merkwürdig aus… aber was war das? Auf die Antwort müsste ihr noch warten. Schließlich mussten wir uns auch erst mal schlau machen. 😀 Jedenfalls brachte uns der Bus zum nächsten Ziel, der Golden Gate Bridge. Da war sie…so einfach vor uns… und riesig und sehr beeindruckend. Wir starteten dann eine ganze Fotoserie, welche wir für euch auf die wesentlichen Fotos reduzieren. Zufällig stand da auch ein Pärchen aus Deutschland, wo wir dann gegenseitig anboten, uns jeweils zu fotografieren.

Also ich bin noch immer ziemlich beeindruckt. Wir tranken dann noch einen Kaffee am Fuße der Golden Gate Bridge. „A Cup of coffee at the Golden Gate“ Auch dabei habe ich ein gutes Gefühl für einen Hit in den Top 10. 😀

Damit war auch Nummer 2 der Sehenswürdigkeiten abgehakt und wir wollten nun nach Chinatown. Dafür sollten wir wieder den Bus nehmen. Das Problem… es gibt auf der Linie 28 zwei Strecken, welche zwar am selben Ziel ankommen, aber eine völlig unterschiedliche Route fahren. Wer, wenn nicht wir, ist für Abenteuer bereit? Wir hatten natürlich den falschen Bus genommen und so ging die Fahrt in eine völlig andere Ecke, als geplant. Nun sind wir ja nicht so hilflos… besser gesagt… wir vertrauen Google, welches uns wieder auf den richtigen Weg brachte. Und das in Ecken, welche an eine völlig normale Stadt erinnern… zumindest am Tage. 😉 Wir mussten dann noch ein wenig mit der Straßenbahn fahren… zwischen 4 und 10 Minuten laufen und schon waren wir in Chinatown. Also wir kennen ja auch Chinatown in London. Allerdings gibt es nicht sonderlich viel Gemeinsamkeiten. Das Chinatown in Frisco ist schon sehr amerikanisch. Im Prinzip erinnern nur noch die Gebäude, die Schriftzüge und die Restaurants an den Ursprung. Aber egal… es war trotz alledem sehr spannend.

Wir hatten einen genauen Plan… wir wollten vor der Dunkelheit wieder im Hotel sein, um dem Grusel der Stadt zu entfliehen – und bevor die Katzen wieder grau werden. Die Dämmerung setzte bereits ein und wir… wir liefen „Planlos durch San Francisco“. (An dieser Stelle hatte ich wieder das Gefühl für einen… na ihr wisst schon… 😀 ) Google machte uns die Suche nach dem Weg zum Hotel etwas schwer. GPS kann in einer Großstadt mit Wolkenkratzern schon an Zuverlässigkeit verlieren.

Aber unseren Instinkt kann man nicht überlisten! 😀 Das Tageslicht war verschwunden und wir erreichten 19:20 Uhr unser Hotel. DAS nenne ich mal Timing. Vor dem Hotel noch immer die streikende Truppe… in unserem Zimmer die absolute Ruhe… wenn der TV nicht laufen würde. Aber da sind aktuell Horrorfilme total angesagt. Wie ich schon schrieb… hier beginnt Halloween zeitiger, als in Deutschland.

Ach ja… die Autos mit dem Lüfter auf dem Dach. Das sind Robocars, welche man relativ günstig mieten kann. Über eine App bucht man dieses Auto, welches dann u dem Standort kommt, wo man es haben möchte. Allerdings… und nun kommt es… diese Autos fahren völlig autonom. Es gibt keinen Fahrer, der das Auto lenkt. San Francisco ist wohl ein Pilotprojekt dafür. Offensichtlich funktioniert es ziemlich zuverlässig, da von diesen Teilen eine Menge unterwegs sind. Es sieht allerdings schon sehr komisch aus, wenn der Fahrersitz leer ist und die Autos von alleine anhalten und losfahren… bei einem Fußweg oder Ampel… kein Problem. Oh man… es gibt Roboter, die Staub saugen, aber Autos ohne Fahrer?! So habe ich mir die Zukunft immer vorgestellt. Alle können einen schnasseln und kommen trotzdem sicher nach Hause. 😀

Nun habe ich es wieder geschafft. Der Bericht vom heutigen Tag ist fertig und geht in Kürze online. Das Hotel für morgen ist gebucht, da auch hier der Weg nach San Diego einfach zu weit ist. Wir werden dann nördlich von LA eine Pause einlegen und nächtigen. Bis dahin…

Seid gespannt… wir sind es auch!

Tag 10 – Ab in den Süden

11.10.2024 – So könnte man den Tag beschreiben… „Ab in den Süden“, zumindest ist die erste Teilstrecke angedacht. Wir hatten uns ein Hotel in Arroyo Grande ausgesucht, was nördlich von Santa Barbara liegt. Aber erstmal hieß es, dem Dschungel von San Francisco zu entfliehen. Wenn man es genau nimmt, war die Strecke auf der US-101 bis San Jose alles Stadt mit ordentlich gefüllter Straße.

Auch hier waren die merkwürdigsten Fahrzeuge auf der Straße unterwegs. Keine Ahnung, welche Marke das ist… oder war es Marke „Eigenbau“?

Nach San Jose änderte sich dann langsam die Aussicht. Aus dem Stadtverkehr wurde Landschaft und Landwirtschaft. In dieser Ecke von Kalifornien wird sehr viel Gemüse und Obst angebaut. Da haben wir zum Beispiel verschieden Sorten Salat, Brokkoli, Knoblauch, Erdbeeren, Kirschen und… natürlich Wein. Felder soweit das Auge reicht und… wir nennen sie mal Bauern, die hier wirklich jede Menge zu tun haben. Da es hier aber sehr trocken ist, wird bewässert, was das Zeug hält.

Zwischendurch meldete sich dann auch mal der Tank von unserem Auto zu Wort. Leider gab es bis hierhin keine Tankstellen an der Straße, wie an den anderen Strecken, wo wir bisher gefahren sind. Also fuhren wir in Morgan Hill von der 101 runter und suchten uns eine Zapfsäule. Tanken ist im Gegensatz zu unserer ersten USA-Reise inzwischen total easy geworden. Einfach die Kreditkarte rein in die Säule, PIN eingeben, Schnorchel rein in den Stutzen und ab geht der Spaß für ca 1,00 Euro pro Liter . Früher musste man noch zum Tankwart und in Vorkasse gehen, damit die Säule freigeschaltet wurde. Das ist aber scheinbar Vergangenheit.

Weiter ging es auf der 101 Richtung Süden. In Soledad hatten wir ungefähr die Hälfte der Strecke geschafft. Zeit für einen Kaffee und etwas Süßkram bei Starbucks.

Solch eine Pause ist eigentlich recht wichtig, aber es kaum zu glauben… wenige Meilen nach der Pause fingen meine Augen an zu zucken… also die Augenlider… nach unten… es machte sich quasi Müdigkeit bemerkbar. Da… an der Seite ein Hinweisschild für ein Rest-Area… ein Rastplatz. Und der nächste Rastplatz sollte in 120 Meilen sein. Das würde ich niemals schaffen. Also irgendwo in der Nähe von San Lucas den Blinker raus und rauf auf den Rastplatz. Nun bin ich ja der Typ, der dieses Power-Napping wie kein zweiter beherrscht. Okay… eventuell gibts da noch ein paar mehr, aber ich hatte wirklich nur gut 10 Minuten Schlaf benötigt und war wieder topfit.

So ging es weiter durch die Landschaft, bis zu unserer rechten Seite das große Wasser auftauchte… der Pazifik. Er ist wie die Wüste… nur mit viel mehr Wasser und noch vieeeel größer. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, was wir an diesem Tag noch erleben durften. Nein… zum Glück kein Hurricane und auch keine Springflut.

Aber kaum hatten wir das große Wasser gesehen, mussten wir wieder etwas ins Landesinnere fahren. Unser Ziel liegt ein Stück vom Meer entfernt… aber wirklich nur ein Stück. Jedenfalls waren wir dann ca. 14:00 Uhr an unserem Hotel angekommen. Hier hatten wir leider nicht das Glück, dass wir gleich unser Zimmer bekamen. Es hieß also warten und die Zeit mit einem Blick durch das Hotel verbringen. Oh ja… es war wirklich sehr sehenswert.

Pünktlich um 15:00 Uhr war es dann soweit… unser Zimmer war fertig.

Seit dem Früstück und dem „Pausenfüller“ bei Starbucks waren inzwischen einige Stunden vergangen. So beschlossen wir zu Carl’s zu fahren und uns mit einem wirklich guten Burger den Magen zu füllen. Okay… wir wissen ja… es ist nicht die gesundeste Ernährung, aber die Alternativen sind in den USA sehr begrenzt.

Nun waren wir hier in der Nähe vom Pazifik und sollten ihn nicht in echt sehen und spüren? Na ja… Baden hatten wir uns bereits abgeschminkt. Bei einer Lufttemperatur von knapp 20 C lädt das Wasser des Pazifik bestimmt nicht zum fröhlichen Planschen ein. Aber wir wollte… nein wir mussten dahin. Seit unserer Texas-Reise wussten wir, dass man bis an den Strand fahren konnte. Eventuell war das ja hier auch möglich?!?! Wir suchten uns zur Orientierung ein Ziel in Strandnähe und… wurden belohnt. Da stand es… das Schild „BEACH“. Und da standen auch schon Autos… nein was sage ich… Wohnmobile! Für 5,00 $ hatte man eine Tageskarte und konnte auf den Strand fahren. Wir kannten das ja schon von den Mustang Island am Golf von Mexico, aber hier am Pazifik… das war schon eine Hausnummer.

Und dann standen wir am Wasser… besser im Wasser… und es war garnicht kalt. Aber leider lag die Badehose im Hotel. So ließen wir dem Auto auch noch seinen Spaß und es durfte seine „Füße“ im Wasser baden.

Natürlich waren wir hier nicht alleine. Da waren ja einige Leute, welche einfach so den Abend am Strand verbrachten, oder sogar übernachteten… mit Wohnmobil.

Das nun folgende Bild erinnerte mich an Baywatch, aber… keine Pamela Anderson in Sicht. 🙁 Nun ja… Man(n) kann nicht alles haben. 😀

So langsam bewegte sich die Sonne in Richtung Meer. Doch wir wussten… bis zum Sonnenuntergang konnten wir nicht bleiben, auch wenn unser Herz eine ganz andere Meinung hatte. Wir mussten an den morgigen Tag denken und darum zurück ins Hotel fahren und… ein Bierchen trinken! 😀 Aber selbst die Bilder vom nahenden Sonneuntergang waren schon sehr beeindruckend.

10 Minuten später waren wir wieder im Hotel und gönnten uns ein Budweiser. Ich habe nun die letzten 2 Stunden an dem Blog geschrieben… nebenbei hatte Bine auch das Hotel in San Diego gebucht. Dort werden wir dann die letzte Nacht in Kalifornien verbringen. Bis dahin sind es aber noch ca. 480 km, welche auch erstmal gefahren werden müssen. In diesem Sinne werden wir noch unser Bier austrinken. Nein… nicht den kompletten Vorrat… in San Diego benötigen wir ja auch noch ein wenig Schlaftrunk. 😉 Aber wir lassen dann so langsam die Nacht hereinbrechen, damit wir uns morgen nach dem Frühstück zeitig auf den Weg machen können. In diesem Sinne einen guten Morgen für euch und uns… Jute Nacht dann mal.

Seid gespannt… wir sind es auch!

Tag 11 – San Diego, kurz vor Mexico

12.10.2024 – Der Wecker war zu 07:00 Uhr gestellt, da wir heute ja eine Marathon-Fahrt nach San Diego vor uns hatten. Allerdings habe ich den Wecker überlistet und war bereits um 06:00 Uhr wach. 😀 Aber ehrlich gesagt, hatte ich noch wirklich eine Stunde die Ruhe genossen, eh wir uns dann aus den Federn geschwungen haben. Da wir ja ein eingespieltes Team sind, waren unsere Koffer blitzschnell gepackt – so langsam füllten sie sich zusehends. 😉 Dann noch schnell ein wirklich umfangreiches Frühstück eingeworfen und für den Tag schön gemacht.

Das vierte Auto von links war unser Auto – und wir dachten die ganze Zeit, dass es groß ist. 😀

Es dauerte wirklich nur 1,5 Stunden und wir rollten am Hotel los, weiter Richtung Süden.

An dieser Stelle hätten wir euch ganz tolle Bilder von der Fahrt gezeigt, aber der Morgen verwöhnte uns auf der Fahrt nicht grade mit guter Sicht. Kein Vergleich zu den sonnigen Tagen, eine Woche zuvor.

Nach einigen Stunden auf dem Purple Heart Trail von Califonien lichtete sich dann aber doch die Sicht und es gabe an den Straßenrändern doch einige Dinge zu sehen.

Plötzlich war ein Vista Point angekündigt, was nichts anderes ist, als ein Aussichtspunkt, der aber fast immer interessante Ausblicke zu bieten hat. Also Blinker gesetzt und runter auf den Vista Point vom von Santa Ynez River. Einige Meilen zuvor war ein See mit Namen Cachuma Lake, welcher eine irre Aussicht hatte. Warum dort kein Vista Point war… ich kann es nicht sagen… oder wir haben ihn einfach verpasst. Aber dieser, am Santa Ynez River war auch gigantisch. Ja klar… Berge hatten wir schon genug gesehen – aber das hier war Natur pur. Auch wenn sich hier offensichtlich ein paar Berliner verewigt hatten.

Ich muss aber ganz ehrlich sein… eigentlich hatte ich nur einen Ort gesucht, wo man den Frühstückskaffee wieder an die Natur zurückgeben kann. Hier? No Chance… wir waren nicht die einzigen Leute, welche den Vista Point interessant fanden. Als hochziehen und… weiter auf der 101 Richtung Süden… vorbei an Santa Barbara. Wer es noch nicht wusste… hier lebt der Schauspieler Ralf Möller. Wir hatten ihn allerdings nicht zu sehen bekommen. Dafür hatten wir ca. eine Stunde hinter Santa Barbara einen Stopp eingelegt, da ich mit meinen ehemaligen Mitschülern einen Videocall durchführen wollte. Doch… niemand wollte mich erhören. Bine hatte inzwischen ein paar Bilder vom Pazifik gemacht.

Ein paar Minuten später kam dann das Okay aus Berlin. Aber wie das in Deutschland so ist… die Kneipe war voll und laut. So blieb mir nicht weiter übrig, als eine Videonachricht zu schicken. Ach ja… ich wäre gerne bei dem ersten kleinen Treffen dabei gewesen. Doch unsere Reise war schon vor einem Jahr geplant und so bin ich nun auf das Klassentreffen im nächsten Jahr total gespannt.

Weiter ging es auf der 101, bis uns das Navi irgendwie über eine andere Strecke führte. Ah ja… es ging wieder in die Berge und wieder raus… irgendwann zurück auf doe 101. Warum Google das mit uns machte… wir wissen es nicht. Jedenfalls ging es über Ventura und Thousand Oaks bis nach Los Angeles. Auch wenn wir hier dann am morgigen Tag wieder abfliegen werden… heute sind wir nur auf der Durchreise. Oder besser gesagt… auf der Schleichfahrt durch LA. Man darf es nicht vergessen… es war Samstag Vormittag… die Straßen waren proppevoll. Was treibt einen Amerikaner dazu, den Vormittag am Wochenende auf der Interstate zu verbringen. Einne echte Antwort hatten wir jedoch nicht gefunden.

In diesem Augenblick wussten wir nicht, was noch auf uns zukommen würde. Ca. 50 Meilen von San Diego meldete uns das Navi mehrere Unfälle auf unserer Strecke, mit einer Verzögerung von ca. 45 Minuten. Nur zur Erinnerung… wir hatten heute eine Strecke von über 480 km zu bewältigen… und dann sowas. Das Schlimme ist ja, dass es genau wie in Deutschland solche verrückten Autofahrer gibt, welche der Meinung sind… ich springe mal in die Spur, dann wieder in die nächste und zurück. Aber einen echten Gewinn gibt es dabei nicht. Also gab es für uns nur eine Alternative… mitfahren… mitstehen… mitfahren… mitstehen… bis wir dann in San Diego reinrollten. Damit löste sich nach ca. 25 Meilen auch der Stau auf.

Auch wenn hier ähnlich in San Francisco viel über Einbahnstraßen läuft… wir hatten unser Hotel recht schnell gefunden. Der Verkehr ist in San Diego auch nicht mit Frisco zu vergleichen.

Der Check-In verlief problemlos – unser Auto wurde ordnungsgemäß vom Parkservice übernommen und in das Parkhaus gebracht. Das war für uns doch ein ungewohnte Sache, aber sparte eine Menge Zeit. Unsere Koffer brachte man uns auf das Zimmer oder besser die Suite. Welch Hotel im Gaslamp Quarter hatten wir uns da nur ausgesucht? Bei einer Sache waren wir uns sicher… es war nicht das Hard Rock Hotel von San Diego. Aber das wollten wir hin… wir mussten es schließlich mit Teneriffa vergleichen. Unser Weg führte uns direkt durch das sehenswerte Gaslamp Quarter. Oh ja… das war schon recht cool hier.

Ein kleines Bier, eine kleine Stärkung und es ging wieder auf die Straße zurück… weiter ging es durch das Historic Viertel von San Diego. Der Barkeeper erzählte uns übrigens, dass er schon mehrfach im HRC von Prag war. Damit waren wir Brüder im HRC-Geiste. 😉

Jensi for President! 😀

Oh man… ist das hier durchgeknallt und schön. Wie so oft hätte man hier mindestens 100 Bilder verewigen könne. Aber dann würde es bestimmt langsam langeweilig werden. Somit hier eine kleine aber feine Auswahl.

Zwischendurch war uns dann nach einer Margeritha in einer Bar, welche total leer war. Ideal für solche VIPs wie wir. 😀 Und ganz ehrlich… hätten wir gewußt, dass hier der Mageritha nur 5 Dollar gekostet hat, wären wir bestimmt länger drin geblieben. Aber andersrum saßen uns die 480 km in den Knochen und wir schlenderten zurück zum Hotel.

Oh… da war er ja wieder! Vielen Dank an alle, welche uns inzwischen die Erleuchtung brachten, dass es sich dabei um einen Tesla Cybertruck handelt. Nun gut… wer es braucht… ich habe jedenfalls keine Hängerkupplung gesehen, womit das Teil für uns unbrauchbar ist. 😀

Bei diesem kleinen Auto ist das leider nicht anders, aber das Volumen des Kofferraumes könnte durchaus angemessen sein. 😀

Und schon waren wir wieder in unserem Hotel angekommen. San Diego war wegen der langen Fahrt eine ziemlich große Herausforderung. Aber es war ein Wunsch von mir, diesen Abstecher in den Süden von Kalifornien zu unternehmen. Und man muss ehrlich zugeben… es hat sich gelohnt, auch wenn es mangels der Zeit bestimmt noch viel mehr zu sehen gibt, als das Gaslamp Quarter.

Nun ist es ja fast soweit. Bine hat sich mit dem Check-In für den morgigen Rückflug erfolgreich bemüht. Das bedeutet, dass wir morgen früh nach Los Angeles zurückfahren werden und dann in den Flieger nach Frankfurt steigen. Im Flieger werde ich dann den Rest von unserem Blog schreiben und nach unserer Ankunft in Deutschland veröffentlichen.

Wir bedanken uns schon jetzt bei allen, die unseren Blog verfolgte haben. Ein ganz besonderer Dank geht nochmal an Mirko und seine Family. Es war schön, euch nach so langer Zeit mal wieder zu sehen. Und wenn ihr nach Deutschland kommt… wir freuen uns auf euch.

Ach ja… falls ich es schaffe, Videos in die Berichte einzubinden, gebe ich Bescheid. Bis dahin

Seid gespannt… wir sind es auch!

 

Tag 12 – Die Heimat – far far away

13./14.10.2024 – Wie hatte ich über San Francisco geschrieben? Nachts sind alle Katzen grau… das trifft auf San Diego definitiv nicht zu. Unser Hotel in San Diego hatte eine wirklich fantastische Lage  – direkt an der 5th Street. Aber was des einen Freud, ist des anderen Leid. Ich hatte den Blog aktualisiert und zog mir bei einem Bier noch ein wenig Wrestling im TV rein. Bine hatte sich bereits dazu entschieden, am Kissen zu horchen. Ich bin seit viele Jahren ein Wrestling-Fan, aber ich musste mich der Vernunft beugen, denn am nächsten Tag stand ja die Rückfahrt nach Los Angeles an. Ich habe also den TV ausgeschaltet, begab mich ins Bett und… Schei**e, was ist das denn? Bine meinte nur kurz… „Das wird immer lauter!“ Im Gaslamp-Quarter ist bereits der Teufel los. Die 5th Street hat sich im Laufe des Abends zu einer Partymeile entwickelt. Musik aus mindestens 2 Quellen und die „lustige“ Atmosphäre der angetrunkenen Gäste, dröhnten bis in unser Zimmer. OMG… was tun… ich muss morgen nach LA fahren? Nun ist es ja so, dass ich immer eine Packung Ohrenstöpsel dabei habe, welche sehr gut den Schall reduzieren. Allerdings sind diese Teile sehr gewöhnungsbedürftig. Ich hatte damit zwar meine Lösung, aber Bine zog es vor, in der Suite in den Wohnbereich umzuziehen, um wenigstens etwas Schlaf zu bekommen. Keine Ahnung wie, aber irgendwann sind wir dann doch zu unserer Mütze Schlaf gekommen. Keine Ahnung wann (ich hatte ja Ohrenstöpsel drin), aber auf der Straße kehrte dann auch Ruhe ein. Den Wecker brauchten wir nicht wirklich, denn die Aufregung auf die Heimfahrt hatte uns wohl geweckt. Also packten wir dann die Koffer so, dass sie rückfluggerecht waren. Es ist kaum zu glauben, aber trotz des Reservekoffers im Koffer lag das Gewicht noch unter dem Limit. An dieser Stelle der Hinweis… immer eine Kofferwaage dabei haben, mit welcher man halbwegs genau das Gewicht des Koffers ermitteln kann. Wir warfen uns dann noch ein Sandwich und einen Kaffe ein und dann sollte es losgehen. Das Auto wurde uns per link und Klick pünktlich vor das Hotel gebracht… Check-Out war ganz schnell erledigt… und schon ging unsere letzte Fahrt in Kalifonien los. Bye bye San Diego… du hast uns gefallen.

Zum Glück verlief diese Fahrt etwas entspannter, als unsere Hinfahrt nach San Diego. Eine Unterbrechung musste jedoch sein, denn der Tank von unserem Auto schorchelte schon ordentlich. Nach über 500 Meilen ist das aber durchaus berechtigt. In der Nähe von Solana sind wir dann von der I-5 runter und pressten an der Tanke gut 15 Gallonen – knapp 57 Liter – Sprit in den Tank. Wir wussten ja nicht, wie die Preise in LA aussahen. Und weiter ging es wieder auf die I – 5 an Carlsbad vorbei, nach Los Angeles. Genauer gesagt… zur Rückgabe der Autovermietung.

Natürlich wollten wir Zeit sparen, denn… den10 Minten vor der Zeit, ist des Soldaten Pünktlichkeit. Wir beschlossen also, den Weg über die Mautstraßen zu nehmen. Irgendwann wurden wir dann per Blitz erfasst, aber ich habe keinen Plan, was uns da per Kosten noch erwartet. Ich gehe aber mal davon aus, dass es uns nicht in die Armut stürzen wird. 😉 An der Abfahrt zum Airport wurden wir dem Navi noch einmal untreu, denn wir mussten das Auto ja vollgetankt abgeben. Ich hatte bei unserer Abfahrt in LA einige Tankstellen gesehen, konnte mich aber beim besten Willen nicht mehr daran erinnern, wo die waren. Also noch einmal 2 Gallonen rein und dann weiter zur Rückgabe bei Hertz. Ja… da stand er nun… unser treuer Begleiter, der letzten 11 Tage. Dreckig von irgendwelchen Beeren, die in LA auf die Motorhaube fielen… dreckig vom Staub der Mojave-Wüste… dreckig vom Sand des Strandes am Pazifik. Wenn ein Auto sprechen könnte, hätte unser Subaru Outback jede Menge zu erzählen.

Die Rückgabe war total easy… wie jedesmal in den USA. Einfach nur abstellen und ausräumen. Wäre der Tank nicht voll, würde man uns das in Rechnung stellen. Der Schlüssel bleibt im Auto liegen… fertig. Und nun mit dem Gepäck zum Airport-Shuttle, welches schon ziemlich voll war. Aber… wir passten rein. Allerdings erlebten wir in dem Bus, wie unentspannt so manche deutschen Mitbürger sein können. Einfach mal chillig sein, ist für einige Bürger ein Fremdwort. Aber dennoch… wir sind am Flughafen von Los Angeles angekommen. Nun hieß es… Orientierung aufnehmen und den Counter finden, wo wir das Gepäck aufgeben können. Sicher gibt es hier auch einen Selbstbedienungsschalter, wo man die Koffer abgeben kann, aber wir waren uns nicht sicher, wo der ist. Also stellten wir uns, wie viele andern Reisenden auch, bei der Lufthansa an den Countern an. Das hier noch kein Betrieb war, störte niemanden… auch uns nicht. Aber wir waren ja rechtzeitig da, so dass wir uns keine Gedanken machen müssten. Irgendwann ging es dann los… Die Koffer auf die Waage und… ja, unsere Kofferwaagen waren ziemlich genau. Kein Übergewicht… also ich meine die Koffer – ich musste ja nicht mit auf die Waage. 😀 Und schon waren sie auf dem Weg nach Deutschland… nicht direkt, aber zumindest in Richtung Flugzeug. Wir hatten damit Zeit, um das letzte Bier zu trinken, welches wir noch im Handgepäck hatten. Das durfte schließlich nicht durch die Sicherheitskontrolle.

Apropos Sicherheitskontrolle… es ist doch wirklich der Knaller, dass man daran erinnert wird, keine Knarre durch die Sicherheitskontrolle mitzunehmen. Ja… das scheint in den USA ganz wichtig zu sein. 😀 Wir waren unserer Sache ganz sicher… wir hatten keine Waffen dabei. 😉

Auch wenn wir bei der Entsorgung unserer letzten Bierreserven ziemlich sicher waren… das war dann das letzte Bier, so hatten wir doch noch Verlangen nach einem lokalen und allerletzen Bierchen in Kalifornien. schließlich war noch viel Zeit bis zum Abflug…

… welcher dann mit etwas Verspätung losging. Bobby, Lola und Libby hatten es sich schon mal gemütlich gemacht und mit ca. 10 Minuten Verspätung ging es dann in die Luft. Tschüss Los Angeles! Oh… der Käptn hatte es offensichtlich sehr eilig. Mit einem Affenzahn ging es über die USA und den Atlantik. Heute allerdings mit einer anderen Strecke, welche uns über Boston über den Ozean führte. Über 1000 km/h… das ist schon mal ein Schuh!

Na aber klar… es gab auch auf unserem Rückflug ausreichend Versorgung inklusive Schlaftrunk und Nachtruhe, So konnten wir uns ein wenig dem Jetlag entwöhnen und kamen nach knapp 11 Stunden relativ pünktlich in Frankfurt an.

Der Rest wäre an dieser Stelle schnell erzählt, wenn es nicht die Deutsch Bahn geben würde. Aber zumindest hatten wir vorab, pünktlich und vollständig unser Gepäck bekommen.

Nach einer Weltreise zum Fernbahnsteig sahen wir, dass es noch einen früheren Zug nach Berlin gab. Ich war ja skeptisch, aber Bine an dieser Stelle beinhart. Wir nehmen diesen Zug und keine Widerrede! Oh… das war garnicht mal so verkehrt. Aber der Reihe nach… wir hetzten also zum Fernbahnsteig, wo der ICE bereits stand. Rein in den Zug und ein paar freie Plätze gesucht. Das klappte schon mal… auch wenn der Zug dann mit Verspätung abfuhr. Nun gut… Deutsche Bahn eben. Aber der Knaller kommt jetzt… unser ursprüngliche Zug, für den wir unsere Platzkarten hatten, fiel dann einfach mal aus. Leute… das ist doch unglaublich, oder?!?!. Erst das Theater bei den Hinfahrt und dann dieses hier. Also mal ehrlich… da klappte in den USA jedes Detail auf unserer Reise, inkusive MIetwagen, Hotels usw. Aber auf der Hin- und Rückfahrt nach und von Frankfurt solche Pleiten mit der DB zu erleben ist unfaßbar im Land der Dichter und Denker. An dieser Stelle merkt man mir wohl den Frust an, auch wenn es am Ende glücklich verlaufen ist und wir um ca. 18:00 Uhr in den heimatlichen Gefilden waren.

Wir sind also wieder zuhause angekommen… nur falls es jemand nicht wusste. 😀

Zum Schluss noch einmal unser Resume… Die USA sind weiterhin interessant und schön – zumindest, wenn es um Urlaub geht. Dort leben… das ist nach wie vor keine Option für uns. Kalifornien unterscheidet sich aufgrund der geologischen, klimatischen und vegetativen Struktur absolut von den Bundestaaten, wo wir bisher waren. So liegt der spannenden Fokus doch eher auf den Großstädten, auch wenn es ein Leben abseits dieser gibt.

Für diese Runde ist der Blog nun fertig. Zum Glück haben wir so eine Möglichkeit, uns auch noch nach vielen Jahren an diese Reise zu erinnern.

Wir haben aktuell keinen richtigen Plan, wann es das nächste Mal für eine ausgedehnte Reise in die Vereinigten Staaten geht – eventuell ist ein Kurztrip nach New York drin.

Mal schauen… Seid gespannt… wir sind es auch.

PS. Falls jemand Schreibfehler findet, darf er sie gerne behalten. Die Fütterung des Blogs erfolgte zum größten Teil zwischen Fahrten von mehreren Hundert Meilen, Sightseeing und Schlaf. Da kann es durchaus sein, dass mich trotz Kontrolle, der Fehlerteufel überlistet hatte. 😉

 

Noch wenige Stunden…

… dann geht’s los in Richtung Flughafen. Die Koffer sind gepackt.

 

Okay… ein wenig mehr ist schon drin, aber das Wichtigste ist dabei. 😉

Gestern haben wir noch schnell den Mietwagen umgebucht. Dadurch konnten wir glatt mal 400 € sparen. Bine hat inzwischen noch ein paar Highlights gefunden, welche wir irgendwie in unsere Tour einbauen wollen. Die erforderliche Covid-Erklärung ist auch erledigt. Und ganz wichtig… den Check-in haben wir auch geschafft. Abfahrt ist dann morgen ca. 7 Uhr und dann… kann es mal losgehen. Wir melden uns dann, wenn wir in Houston unser Hotel bezogen haben… oder etwas später, da wir vermutlich ziemlich platt sein werden.

 

Tag 3 – Die Umgebung der Constanino – Farm

Nun ja… Umgebung ist in Amerika ein deeeeeehnbarer Begriff. Alles was innerhalb einer Stunde erreichbar ist, ist in der Nähe. Aber wir haben ja ein Ziel… oder zwei…oder drei… Doch zuvor mussten wir uns mit einem Frühstück stärken. Eric und Jimmy waren seit 4 Uhr auf den Beinen und kümmerten sich um die fernen Weiten der Farm. Somit hatten wir fast das Haus für uns alleine. Zeit, mal ein paar Fotos vom Wohnzimmer zu machen, welches uns natürlich ebenfalls zur Verfügung stand.

So… genug Fotos vom Wohnzimmer. Der frühe Vogel muss frühstücken, eh er auf Erkundung fliegt.

Die Farm liegt im County Comanche. Und dazu gehört auch  quasi die „Hauptstadt“ mit gleichem Namen. Das sollte das erste Ziel am heutigen Tag sein, Nach ca. einer halben Stunde hatten wir das Zentrum von Comanche erreicht. In vielen kleineren Städten der USA ist es so, dass man die Infrastruktur an den Stadtrand verlegt hat, wo auch die meisten Einwohner leben. Leider leidet dann die Innenstadt darunter, dass viele Geschäfte schließen müssen und der Stadtkern verwaist. Nicht so in Comanche… dort hat die Politik dafür gesorgt, dass die Innenstadt weitestgehend am Leben geblieben ist. Das war für uns natürlich spannend.

Eigentlich hätte ich hier noch bestimmt 50 Bilder mehr verewigen können, aber es ging ja noch kurz zum Historischen Museum von Comanche, welches heute leider geschlossen hatte.

Wer an Dublin denkt, denkt an Whiskey, Guiness, Kleeblatt oder Molly Malone. Nicht so in Texas, denn hier ist Dublin weit vom Original entfernt. Mit anderen Worten… wir wurden enttäuscht. Das Dublin in Texas ist, wie bereits erwähnt, auf der Strecke geblieben, Die älteste Abfüllanlage von Dr. Pepper konnte da nicht viel dran ändern. Allerdings hat ein Nachfahre des Gründers erklärt, er will dafür sorgen, dass Dublin wiederbelebt wird. Man darf gespannt sein – im Moment sieht es hier jedenfalls so aus…

Es gibt hier zwar zwei Museen, aber die hatten beide geschlossen. Der Blick auf die Ladenzeile von Dublin war dann auch schon das einzige Highlight von Dublin. So beschlossen wir, uns auf den Weg weiter nach Stephenvill im Erath County zu machen. Ist ja alles in der Nähe… 😉 Hier sollte es zumindest einen Wallmart geben… und wir wurden nicht enttäuscht. Schpn bei der Einfahrt wurde klar… hier tobt das Leben. Okay,,, nicht so wie in den Großstädten, aber immerhin. Wie fast überall an den umliegenden Stadträndern waren auch hier riesige Einkaufszentren. Unter Anderem eben auch der Laden Boot & Barn, wo es unendlich viele Klamotten für den Westernfan gibt. Aber eben auch Jeans.

Oh es war spannend… lange spannend… fast eine Stunde. 😀 Allerdings wussten wir, dass es hier auch einen Walmart gibt. Also wer nicht weiß, was Walmart ist, der stelle sich Kaufland vor…. nur eben mindestens 4x so groß. Hier gibt es ALLES, von Autoreifen, über Fernseher, Schlüpper, Schuhe, Steaks bis zu Zwiebeln.

Allerdings muss ich jetzt eine Pause einlegen, da es im Walmart fast zwei Stunden dauerte, bis wir durch waren und außerdem jetzt der Akku vom Laptop alle ist. Der Rest von dem Tag folgt also später


Teil 2

Und es kann weiter gehen! Wir waren also schon eine ganze Weile in Stephenvill unterwegs und nach dem Besuch im Walmart wollten wir nun auch wenig die Downtown von Stephenvill erkunden. Ist ja schließlich in der Nähe! 😀

Oh… und da gab es jede Menge zu sehen.

Nun ist es so, dass es im April in Texas schon ziemlich warm ist. Wie jeder weiß, muss man da jede Menge trinken. Bine hatte dazu das Rockin P ausgesucht. Eine Mischung zwischen Saloon und Spielhalle. Da das Rocking P aber grade erst geöffnet hatte, waren wir die einzigen Gäste, welche sich ein Budweiser schmecken ließen. Eigentlich waren wir übrhaupt die einzigen Gäste zu dieser Zeit. Wer bitte hat schon um 15:15 Zeit, um ein Bierchen zu zischen!?!?

Nach geglückter Tränke hatten wir nun ein anderes Problem. Nein… nicht das – wer fährt jetzt nach dem Bier – Problem. Sondern wir waren wieder reif für die Nahrungssuche. Das Frühstück lage schließlich bereits eine gefühlte Ewigkeit zurück. Wir erinnerten uns, dass neben dem Boot & Barn ein Pizzarestaurant war (so dachten wir es zumindestens). Also ins Auto rein und dorthin gefahren und… rein in „Cicis“.

Okay… wer hatte was von Restaurant gesagt? Das „Cicis“ ist im Prinzip ein Fastfood für Pizza. Aber eins muss man denen lassen… die Pizzen waren schon ziemlich lecker. Auch wenn ich eine Mac’n Cheese nicht grade als typische Pizza zählen würde, hat sie geschmeckt und als kleinste Variante locker für 2 Tage gereicht. Die Pizza von Bine war irgendwas mit BBQ pulled, aber sowas von abgefahren. Ich hatte ein Stück probiert und kann mich heute noch an den Geschmack erinnern. Irgendwie hatte es sich herumgesprochen, dass wir aus Deutschland waren. Offenbar passiert das nicht so oft. Jedenfalls kam der Chef zu uns an den Tisch und wollte mit uns ein wenig plaudern. Na das konnten wir ihm natürlich nicht verweigern. Fazit… „Cicis“ ist zu empfehlen!

 

So langsam neigte sich der Tag dem Ende entgegen und wir mussten wieder zurück zu „unserer“ Farm. Ich wählte für die Rückfahrt eine Strecke abseits der Hauptstraßen. Spannend, aber doch recht lang, da die Nebenstraßen nun doch nicht einem Freeway oder Highway entsprechen. Zurück auf der Farm unterhielten wir uns noch einen Schlag mit Eric, der uns ein Bier spendierte. Okay… eigentlich war es die Revanche zum Vortag. Aber der Smalltalk war wirklich recht interessant. Irgendwann setzten wir uns dann noch auf die Terrasse vor dem Haus und beobachteten Kolibris, wie sie sich um die Tränke prügelten. So ging dann auch der Tag 3 zur Neige. Allerdings war uns klar, dass wir am 4. Tag weiterziehen mussten. Das Ziel war grundsätzlich klar… Amarillo… Aber „It’s a long way to Amarillo“. In Anbetracht meines Alters… (Moment, ich muss erstmal Luft holen vom Lachen…) haben wir uns dazu entschlossen, einen Zwischenstopp in Wichita Falls einzulegen. Die Fahrt dorthin sollte alleine schon mal 3,5 Stunden dauern.

Aber das ist dann die Geschichte für morgen!

Tag 4 – Wichita Falls, eine Stadt für eine Nacht

Eins vorweg… Wichita Falls sollte nur ein Zwischenstopp auf dem Weg nach Amarillo sein. Wir wussten, dass diese Stadt nicht wirklich viel zu bieten hat, aber… dazu komme ich später… 😉

Unsere letzte nacht auf der Farm hatten wir gut verbracht. Ich war pünktlich 5:15 wach. Trotz Zeitverschiebung von 7 Stunden hatte mein Körper das Bedürfnis, diese Urzeit aus Gewohnheit als Weckzeit anzusehen. Merkwürdig ist nur, dass hier die Sonne viel später als in Deutschland aufgeht. Das muss meines Erachtens mit der erheblichen näheren Lage zum Äquator zu tun haben. Irgendwann verzog sich die Dunkelheit und auf der Weide gegenüber der Farm standen schon die Steaks bereit. Okay… sie hatten noch Fell und konnten laufen, aber ein wenig Fantasie darf ja wohl gestattet sein. 😀

Zumindest verursachte das schon Hunger auf’s Frühstück. Und der Hammer war… vor dem Küchefenster gaben sich wieder die Kolibris die Kante.

Während des ziemlich typischen amerikanschen Frühstück hatten wir noch einmal die Gelegenheit mit Eric zu plaudern. Obwohl in Amerika die Straßenkleber kein Thema sind und Einschränkungen wie in Deutschland absolut utopisch sind, gibt es in den Köpfen zum Teil schon Gedanken, wie man die Umwelt mit einfachen Mitteln weniger belastet. Meiner Meinung der richtige Weg, dass das Bewusstsein der Menschen von alleine darauf kommen muss und nicht erzwungen werden kann. Von Eric lernten wir auch diese Washsheets kennen. Das sind Blätter aus Waschmittel ohne Gel wie bei Pods und völlig ohne Plastikverpackung, wie Flüssigwaschmittel. Wir werden auf alle Fälle diese Sheet mal probieren.

Übrigens waren Eric und Jimmy erst seit 2014 verheiratet, obwohl sie schon eine gefühlte Ewigkeit zusammen sind. Die homosexuelle Ehe war in Texas bis dahin verboten. Aber nun sind sie glücklich… und das ist auch gut so.

Wie es aber so ist… irgendwann hieß es Abschied nehmen. Ich versprach Eric, dass ich Freunden und Verwandten von der Farm erzählen werde. Was ich hiermit erledige… wer also mal zufällig zwischen Houston und Dallas unterwegs ist und eine Übernachtung sucht, dem kann ich die Constatino Fram nur empfehlen.

Und nun ging es los in Richtung Wichita Falls.

Bei Windthorst waren wir uns nicht ganz sicher, ob das was mit dem Fußballclub aus Charlottenburg zu tun hat. 😉

Kurz vor Mineral Wells machten wir dann eine Pause und Bine hatte die Gelegenheit, frei wachsende Kakteen zu fotografieren. Irgendwie sind wir uns aber sicher, dass das nicht das letzte Mal gewesen ist. Schließlich liegt Amarillo weiter westlich und damit inmitten der weiten dürren Prärie.

Und weiter ging es an Scotland vorbei nach Wichita Falls…

Allerdings sollte man bei diesem Scotland keinen Vergleich zum Original ziehen. Dieses Scotland ist einfach nur eine Aneinanderreihung von Schrottplätzen, irgendwelche Firmen und… keine Ahnung, wie man die Gewerbe nennen soll. Der Vergleich zwischen Dublin in Texas und Irland ist ähnlich.

 

Und nun ging es rein nach Wichita Falls. Den Straßen nach muss diese Stadt richtig… also richtig groß sein. Also es verknoten sich Highway, Freeway und Interstate auf 3 Ebenen. Unsere Spannung stieg ins Unermessliche. Zum Glück fanden wir das Hotel auf Anhieb, oder war es das Navi? Egal… im Hotel wurden wir freundlich empfangen und unser Zimmer war auch schon bezugsfertig. Die Püppi am Empfang kam übrigens aus England, lebt aber schon 32 Jahre in Texas.

Wir nutzten die Gelegenheit für einen Mittagsschlaf… nach einer vorherigen Pilsette. Eine Stunde reichte dafür vollkommen. Somit beschlossen wir, uns den Sehenswürdigkeiten von Wichita Falls zu widmen. Anlaufpunkt Nummer 1… der Wasserfall. Der erste Versuch mit dem Navi führte uns zu einem Hintereingang des Friedhofes von Wichita Falls. Okay… es muss einen anderen Weg geben. Also ließen wir dem Instinkt freien Lauf und landeten in einem Park, wo der Wasserfall sogar augeschildert war. Oh… der Park war wirklich schön und groß, aber kein Wasserfall in Sicht. Ein pausierender Jogger fragte mich, ob ich den Wasserfall suchte. Aber JAAAA… er war mein Held. Er beschrieb mir den Weg per Auto zu dem Wasserfall. Übrigens war der Hintereingang des Friedhofes nicht unbedingt falsch. Der Parkplatz lag nur ca. 50 Meter entfernt. Doch nun hatten wir es geschafft…wir waren an DEM Wasserfall.

Dieser Wasserfall spült sich quasi in den Wichita River. Allerdings sind wir davon überzeugt, dass er künstlich angelegt wurde, da kein Zufluss sichtbar war.

Auf dem Weg sahen wir einen Wegweiser nach Downtown. Das sagte uns… Wichita Falls sollte einen historischen Stadtkern haben. Wir erinnerten uns an die Straßenverknotung und waren „so excited“ nun die historische Seite kennenzulernen. Okay… kennt Ihr das Gefühl, wenn man sich zu Weihnachten eine Briefmarkensammlung wünscht und unter dem Weihnachtsbaum Socken mit Blümchen und 2 Nummern zu klein liegen? So ungefähr kann man unsere Situation beschreiben. Es gab noch ein Railway-Museum, dessen Eingang unauffindbar war.

Ansonsten gab es nichts, nothing, nada zu erleben. Wir sind durch die Straßen gefahren und haben im Prinzip nur leere Gebäude gesehen, oder nur solche, wo man nicht weiß, was sich darin befindet. Es gab für uns nur eine Alternative… zurück zum Hotel. Zur Erinnerung… Wichita Falls sollte nur ein Zwischenstopp sein. Und diesem Zweck kam es unheimlich nah. Apropos nah… es gab hier sogar einen Denny`s, der fußläufig vom Hotel erreichbar war. Denny`s ist quasi ein Mc Donalds, wo es ordentliches Essen gibt.  Es war ordentlich und sehr sehr reichhaltig. Ich hatte teilweise Sorge, dass ich es mir noch einmal anschauen könnte. Aber soweit wollte ich es nicht kommen lassen und wir erreichten unser Hotel ohne weitere Zwischenfälle. Und da waren wir nun… oder besser sind wir nun. Es ist gleich 21 Uhr und ich habe den Bericht für den Tag 4 gleich fertig geschrieben. Da bedarf es nur noch einen Griff in unseren Biervorrat und dann… gute Nacht Frau Locke. In Deutschland geht bald die Sonne auf und Ihr habt damit was zu lesen.


Der Blog ist soweit aktuell, so dass wir morgen ganz in Ruhe die Weiterfahrt nach Amarillo antreten können. Wir haben uns übrigens dazu entschieden, 2 Nächte in Amarillo zu bleiben. Nicht das Amarillo selbst soviel zu bieten hat… aber in der „Nähe“ ist ordentlich Futter für uns Touris aus Deutschland, was natürlich wieder in diesem Blog landet. DAS ist allerdings in dem nächsten Beitrag dran. 😀 In diesem Sinne wünschen wir euch einen stressfreien Donnerstag. CU

Tag 5 – Is This the Way to Amarillo?

Wir haben heute den 14.04.2023 . es ist 05:50 Uhr. Ein „Wildes Tier“ in unserem Hotelzimmer sorgte dafür, dass die Nacht für mich vorbei war. Allerdings ist das grundsätzlich in Ordnung, da ich ja noch den Bericht von unserer Anreise in Amarillo schreiben will. Wie geplant waren wir gestern kurz vor 09:00 Uhr in Wichita Falls gestartet. Vor dem Asphalt musste uns jedoch erstmal die Tanke beglücken. An dieser Stelle muss man freudig erwähnen, dass viele Tankstellen inzwischen auf Kartenzahlung an den Zapfsäulen umgestellt wurden. So entfällt die lästige Vorkasse beim Tankwart, wie es noch vor 5 Jahren war. Nach glatt 15 Gallonen/knapp 57 Liter und 48,00 $/ca. 43,00 € (rechnet mal den Literpreis aus) ging es dann los. Unsere Route sollte uns über die 287 bis nach Childress führen, wo wir nach 110 Meile eine Pause einlegen wollten.

Nun ja… in Childress willl man nicht unbedingt wohnen, es sei denn… man steht auf NICHTS. Eine typische ausgestorbene Kleinstadt, wo man zwar Möbel kaufen konnte, aber der einzige Saloon geschlossen war, weil der Küchemeister krank war.

Doch der Weg nach Amarillo war noch weit – eine Pause musste sein. So entschließen wir uns, ins DQ einzukehren… wenn es geöffnet gewesen wäre. Schließlich war es bereits 11:00 Uhr durch und da sollte der Schuppen bereits geöffnet sein. Nun gut… in Deutschland hätte das Dauertrommeln ans Fenster garantiert schon eingesetzt. Hier sieht man eben vieles gelassener. Irgendwann kam dann ein älteres Frauchen raus und meinte… wir haben ein wenig Verspätung… ACH?!?!. Egal, wir waren nun in dem Laden, der eine Mischung aus Mc und Eisdiele war. An dieser Stelle war mal wieder ein Foto mit Bobby und Lola fällig. 😉

Aber irgendwie war uns noch immer nach Pause und vor Allem Kaffee. Im Navi hatte ich gesehen, dass es in Memphis (not Tennessee) eine Bakery – Coffee namens „Rocking Coffee“ geben sollte. Das waren ca. 20 Minuten Fahrzeit und absolut im Limit. Wie bereits bei anderen Städten, hatte dieses Memphis mit DEM Memphis nicht viel gemeinsam. Und von dem „Rockiing Coffee“ war auch nichts zu sehen. Allerdings hatte Bine bei unserer Kreuzfahrt durch die Stadt ein anderes Kaffee entdeckt, was völlig unscheinbar an einer Ecke gelegen war.

 

Das sollte unser Ziel sein und wir waren angenehm überrascht. Bine bestellte dann den besten Coffee in Town und er hielt das, was uns versprochen wurde. Endlich… in der Stadt war null los, aber es gab hier den besten Kaffee nach 5 Tagen.

Auch sonst war der Laden mehr eine Mischung aus Kaffee und völlig spanender Boutique. Aber er war auch gut besucht, was für die Qualität sprach. Auch hier war man erstaunt, dass wir aus Berlin/Germany uns hierher „verirrt“ hatten. Auch wenn es hier wirklich gemütlich war… wir hatten ein anderes Ziel… Amarillo.

Und da kamen wir dann auch ca. 14:15 Uhr an… im „Cactus Cove Inn and Suites“. Ehrlich gesagt sieht die Hotelhalle besser aus, als die Zimmer. Aber egal… wir wollten hierher und im Prinzip war es wirklich okay. Man darf eben keine deutschen Maßstäbe ansetzen.

Es war noch früh am Tag. Aus diesem Grund wollten wir uns wenigstens eine Sehenswürdigkeit von Amarillo anschauen. Da gibt es die „weltberühmte“ Cadillac-Ranch. Im Grunde hat da jemand ein paar alte Cadillac platziert und bunt angemalt. Nun kommen seit vielen Jahren die Touris hierher und einige sprayen noch ein wenig mehr Farbe auf diese Teile. Am Giftshop dazu, welcher an einem Campingplatz in der Nähe liegt, standen dann wenigstens noch ein paar erkennbare Exemplare.

So langsam wurde es auf dieser Ranch ziemlich windig. Besser gesagt… es kam ein Sturm über die Wüste… ein Sandsturm. Also beschlossen wir, im Schutze des Autos das Weite zu suchen. Das Bine dabei ihren Latschen verloren hatte und wir deswegen nochmal umkehren mussten, möchte ich an dieser Stelle verschweigen 😀 Wir fanden es dann jedoch angemessen, nochmal zu einem Walmart zu fahren und uns ein paar Kleinigkeiten für den kleinen Hunger zwischendurch zu besorgen. Wir sprechen hier von Obst und Salat – Bier hatten wir ja noch genaug. 😀

Was soll man viel sagen… so gut ausgestattet ging es dann zurück zum Hotel, wo wir uns bei Weintrauben und Co. die nächsten Dummheiten aussuchten, welche wir in den kommenden Tagen veranstalten wollten. Das ist aber ein neuer Bericht, denn nun geht’s zum Frühstück und anschließend auf Erkundung der „Nähe“.

Ach ja… fast vergessen. Eigentlich hatten wir uns dieses Hotel ausgesucht, weil man hier waschen kann. Das ist nach ein paar Tagen durchaus angebracht, weil man ja Platz in den Koffern sparen will. Schlimm ist nur, dass die neue Technik einem Steine in den Weg legt. Für die Nutzung der Waschmaschine ist eine App erforderlich. Das Handy von Bine unterstütze aufgrund des Alters jedoch nicht diese App. Kein Problem… mein Handy ist nicht mal 1 Jahr alt. Denkste Puppe… da ich einen deutschen Account bei Google habe, ist diese App in meinem Land nicht verfügbar.

Sowas ist doch echt krank! Also wird der Haushaltstag auf Sonntag verschoben… in einem Hotel, wo man ebenfalls waschen kann… eventuell… hoffentlich. 😉

 

 

Tag 6 – Amarillo by morning

Amarillo by morning – wer kennt diesen Song von George Strait nicht (dann bitte danach googlen 😉 ). Ein Comedian in Deutschland sagte mal… Glück ist, wenn Dir die Sonne aus dem Arsch scheint. Irgendwie war das heute solch ein Tag. Aber eigendlich war er noch besser, denn uns schien die Sonne mitten ins Gesicht. Nach einem für amerikanische Verhältnisse wirklich tollem Frühstück wussten wir, wo uns der Wind heute hin wehte. Übrigens… hier wurde uns unser Frühstück kredenzt.

Aber das nur nebenbei, denn wir wollten heute zum zweitgrößten Canyon der USA – dem Palo Duro Canyon. Man nennt ihn auch den Grand Canyon von Texas. So richtig konnten wir nicht daran glauben, denn hier ist alles platt. Damit meine ich natürlich die Umgebung. Wer sich aber ein wenig mit der Enstehung eines Canyon auskennt weiß, dass solch ein Canyon durch den Verlauf eines Flusses enstanden ist. In diesem Fall durch den Red River (Mississippi River). Doch immer der Reihe nach… Neben unserem Auto stand eine Indian, wo der Biker grade seine sieben Sachen zusammenpackte. Unter Anderem auch ein Zelt und eine Isomatte. Meine Bitte um ein Foto wurde mir natürlich nicht verweigert. Das ist in den USA auch eher selten ein Problem, da die Leute hier viel entspannter sind, als in good old germany. Ich erzählte ihm auch, dass ich in Deutschland eine CB500 habe. Das fand er dann doch ziemlich nostalgisch.

Nach einem braven THX machten wir uns dann auf den Weg in die Berge… so dachten wir es zumindest für den Moment (zur Erinnerung – Flußbett). Die Fahrt dauerte eine gute halbe Stunde… aber keine Berge in Sicht. Als dumme Flachlandtiroler hatten wir natürlich nicht daran gedacht, dass ein Flussbett nichts mit den Bergen zu tun hat. Als der erste Blick auf einen Hauch Canyon fiel, waren wir so ziemlich von den Socken. Wir ahnten zu diesem Zeitpunkt nicht, was uns noch erwarten sollte.

Diese Fotos sind an einem Punkt entstanden, wo man einen Reitausflug in den Canyon buchen konnte. Aber seien wir mal ehrlich… welchem Pferd wollen wir das zumuten, mich auf seinem Rücken zu tragen. Da war es uns mit dem Mietwagen doch sicherer. So landeten wir an der Einfahrt zum zum State Park des Palo Duro Canyon. Okay… 8 Dollar Eintritt pro Person… aber wer weiß, ob man noch einmal hierher kommt. Gleich an der Einfahrt war auch ein Parkplatz, wo wir echt überlegten, ob man das Auto abstellen muss und den Rest per Pedes absolvieren muss. Zum Glück hatten wir diesen Gedanken schnell aus dem Auto geworfen. Nun ist es in Amerika oft so, dass man überall durch- und reingehen/fahren kann, wo es keine Schranke oder Ähnliches gibt. Am Ende waren wir eben die dummen Touris, die das ggf. nicht wussten. Damit hatten wir ja nun kein Problem. Allerdings hatten wir noch immer keinen Plan, was uns erwarten wird. Der Palo Duro Canyon ist nicht nur einfach ein Park… er erstreckt sich über 193 km und ist zwischen 10 und 37 km breit. Okaaayyyyy… das ist spannend. Noch besser ist aber, dass es darin auch viel Mögleichkeiten gibt, sich mit einem Wohnwagen auf Camp-Areas hinzustellen. Allerdings muss man damit leben, dass die Sonne den ganzen Tag brennt. Für Fußgänger gibt es übrigens immer wieder Punkte, wo man sich mit Sonnencreme einreiben konnte… auf Kosten des Hauses. Kurz gesagt… in diesem „Park“ gibt es unendliche Möglichkeiten für Wanderer, sich auf den Pfaden der Indianer und der späteren „Zivilisation“ auszutoben. Für Crossfahrer per Fahrrad gibt es keine Grenzen. Und für die staunenden Touris wie uns, ist es selbst mit dem Auto ein unvergessliches Erlebnis  – da gönnt man sich auch mal ein Eis 😀 . Ach ja… hier kann man auch Glamping betreiben. Für die Leute, welche keinen Wohnwagen oder Ähnliches haben, sind das riesige Zelte, welche sehr stabil aufgebaut sind und eine Klimaanlage beinhalten. Zur Erinnerung… man muss Sonne mögen… viel Sonne. An dieser Stelle lasse ich mal ca. 10% der Bilder sprechen, die wir in dem Palo Duro Canyon gemacht haben.

    

Es ist unglaublich… wir hätten den ganzen Tage in dem Canyon verbringen können, aber selbst unsere gut drei Stunden waren ruckzuck um. Schließlich sind wir ja auf Leistungstrip in Texas und… der aufmerksame Leser wird es ahnen… wir hatten schon das Gefühl, etwas Essbares zu finden. Aber eigentlich war uns klar, wohin wir fahren müssen. Nach zwei solcher Attraktionen, wie der Cadillac-Ranch und dem Canyon sollt es nun eine Lokalität sein, welche ein Highlight für Amarillo ist… „The Big Texan Steak Ranch“. Meine Fresse… viel darüber gelesen und nun standen wir davor…

Wir sind ja immer skeptisch, wenn man etwas wie geschnitten Brot anbietet. Aber diese „Ding“ hatte uns voll erwischt. Es war einfach nur coooool. Schon bei den ersten Schritten war uns klar… hier brauchen wir eine Weile, bis wir wieder raus sind. Es ist ja so, dass man ein „kleines“ Steak bestellen kann und es nichts kostet. Allerdings reden wir hier von 72 oz – also 2,5 kg. Und nun kommt der Haken… man hat eine Stunde Zeit dafür. Der Weltrekord steht bei 04:18 Minuten!!!

Nein… auf keine Fall!!! Ich musste auch an meine Gesundheit denken. So sollten 9 Unzen Entrecote reichen, welches total lecker war. Ich habe das Gefühl, dass ich es noch immer schmecken kann. 😉 Es gab auch etwas Livemusik direkt am Tisch – Johnny Cash, als Wunschmusik. Aber was soll man an dieser Stelle noch sagen… einfach die Bilder sprechen lassen und Hunger auf „FLEISCH“ bekommen. 😉

    

Kurz gesagt… dieser Besuch und das Steak… einfach unvergesslich. Allerdings wollten wir auf der Rückfahrt noch einen Abstecher ins Downtown machen. Nun ja… offenbar haben wir es nicht gefunden, denn so richtig gab es in dem historischen Viertel nichts zu entdecken. Dafür sind wir ein Stück auf DER ROUTE 66 gefahren.

Es ist merkwürdig, aber für uns Deutschen ist das immer wieder ein grandioses Gefühl. Die meisten Amerikaner kömnnen das nicht verstehen, auch wenn diese Straße hin und wieder vermarktet wird.

Nach unserem Ausflug hatten wir noch einen Plan… der hauseigene Pool sollte unser sein. Okay, nicht ganz, aber immerhin kam die Abkühlung sehr gelegen. Nun ja… wir hatten auch ein Bier dabei für die innere Kühlung.


Amarillo by morning – in Deutschland ist es schon fast wieder Morgen. Allerdings ist es ja dann Samstag und viele von Euch werden etwas länger am Kissen horchen. Bei uns ist es jetzt fast 21 Uhr. Der Plan für morgen steht – es geht Richtung Süden nach Slaton, ein paar Meilen südlich von Lubbock entfernt. Und da haben wir ein ganz besonderes und spannendes Ziel. Das ist aber ein anderer Bericht! 😀 In diesem Sinne… Gute Nacht aus Texas.

Tag 7 – Nachts im Museum

Eine unruhige Nacht liegt hinter mir. Da ich den Blog ja gestern Abend aktualisiert hatte, konnte mich das Bettchen bis kurz vor 8:00 Uhr fesseln. Außerdem konnten wir uns mit den Check-Out bis um 11:00 Uhr Zeit lassen und in unserer neuen Unterkunft war der Check-In erst ab 17:00 Uhr. Somit konnten wir uns auch mit dem Frühstück ordentlich Zeit lassen . Beim Frühstück gab es einen Smalltalk mit einer Familie aus Massachusetts. Die staunten nicht schlecht, dass sich welche aus Deutschland/Berlin hier nach Texas verirrt hatten.


Der geplante Weg war mit knapp 130 Meilen nicht grade eine Weltreise. Da hatten wir schon andere Touren auf dieser Reise hinter uns. Man kann sich Zeit lassen, wie man will… und doch waren wir schon um 10:00 Uhr abfahrbereit. So führte uns der Weg über die Interstat South 24 Richtung Lubbock. Hier wolltern wir uns auf alle Fälle nochmal umschauen. Falls Ihr es nicht wisst… Buddy Holly war ein Kind Lubbocks. Und ehrlich gesagt… ohne ihn wäre die Stadt vermutlich nicht das, was sie heute ist. Aber wir sind ja noch immer auf der Interstate. Bine sah dann ein Hinweisschild zu der Stadt Happy. Bei dem Namen mussten wir einfach mal einen Abstecher machen. Okay… wer hier wohnt, muss sich irgendwelches Zeugs einwerfen, um glücklich zu sein.

Eigentlich geben die Bilder schon alles von dem wieder, was Happy zu bieten hat. Alles andere war Industrie und Wohnhäuser, welche zum Teil leer standen oder auch schon verfallen waren. In Happy sind wir nicht mal ausgestiegen. Der nächstgrößere Ort war Plainview- laut Navi nicht viel größer als Happy, aber hier war schon mehr los. Das typische Shopping-Areal und… ein Walmart. Dort mussten wir nochmal rein, denn wir brauchten noch Obst für den Abend (Jaaaa… wirklich Obst, Bier haben wir noch genug). Und ganz ehrlich gesagt… mir fehlte bei dem amerikanischen Frühstück einfach mal ein wenig Wurst und Käse. Das wollten wir im Walmart auch ändern. Weiter ging die Fahrt an Baumwollfeldern und Weiden vorbei. Eigentlich hatten wir gegrübelt, was auf den abgeernteten Feldern für weißer Kram rumliegt. Später haben wir erfahren, dass das Reste von der Baumwollernte waren, welche bei der Ernte liegen blieben. Kurz nach Plainview entschieden wir uns für eine Pause. An den Interstates oder Freeways gibt es ordentlich Rest-Areas – Rastplätze, welche zumeist in der prallen Sonne liegen. Dieser Rastplatz hatte ordentlich Schatten zu bieten und Toiletten, welche eher nicht auf den Rastplätzen angeboten werden. So machten wir dann ein kleines Picknick.

Nun konnten wir gestärkt den Weg nach Lubbock fortsetzen. Der war nicht mehr wirklich sehr lang und so kamen wir in der Heimatstadt von Buddy Holly an.

 

Und HURRA… es gibt in Lubbock auch ein Theater, wo am heutigen Abend eine Tribute-Show für Def Leppard und Guns’n Roses am Start war. Aber ob wir soviel Kultur wirklich verkraften, war fraglich. Also entschlossen wir uns für einen ruhigen Abend. Doch so ganz konnten wir Lubbock noch nicht den Rücken kehren. Hier gab es schon am hellerlichten Tag ein wenig Party… offene Kneipen… Musik… Durst! Also wurden wir quasi dazu gezwungen, uns diesem Zwang hinzugeben und kühle Getränke unseren Hals runterlaufen zu lassen. 😀

So langsam sollten wir aber daran denken, dass unsere Unterkunft auf uns wartete… das Ziel hieß Slaton, ca. 20 Minuten südöstlich von Lubbock. Dort wartete ein Örtchen der besonderen Art. Was ich aber mal wieder vergessen hatte… der Check-In war doch erst um 17 Uhr. Wir waren also 2 Stunden zu früh. Nun gut… was machen, war die große Frage? Auf einem Wegweiser stand Shops – Texas Avenue. Meinten die wirklich in diesem „Nest“. Okay, wer sich nicht traut, kriegt keine Braut. Und so sind wir dann im Ortskern von Slaton gelandet. Okay… die Bakery hatte schon zu. Es gab dann noch einen Antiqueladen, der auch bald schloss, dann war da noch ein Railroadmuseum und… ich nenne es mal Kneipe mit Biergarten. Oh die Luft in Texas ist trocken… furchtbar trocken… ganz furchtbar trocken. Also wollten wir in die Kneipe mal reinschauen.

An dieser Stelle muss ich ehrlich sein, wir schauten nicht nur, sondern probierten zwei der 8 Biersorten vom Fass, welche dort angeboten wurden. An dieser Stelle achte man mal auf die T-Shirts auf der rechten Seite, welche zu erwerben waren. Nein… es gab kein Shirt für den Jens, aber dafür machten wir uns auf den Weg zu unsrer Nachstätte… vorbei an freilebenden Erdmännchen…

… zum Hotel… beser gesagt zum „Slaton Harvey House“. Und nun schließt sich der Bogen zu dem Titel von diesem Beitrag… „Nachts im Museum“. Das „Slaton Harvey House“ ist eine ehemalige Bahnstation an der ersten Eisenbahnstrecke von Texas, welche nach Santa Fe führte. Diese Eisenbahnstation war früher auch ein Gästehaus und ein Restaurant. Ich habe hier mal ein paar Bilder aus der Vergangenheit.

Das letzte Bild zeigt das „Slaton Harvey House“  als es bereits stillgelegt wurde und eigntlich dem Verfall überlassen war. Vor einigen Jahren wurde es mit Spendengeldern komplett sarniert und als Hotel hergerichtet. Allerdings ist es nicht nur ein Hotel, sondern auch ein Museum über die Eisenbahngeschichte von Slaton. Wir hatten also vor, eine Nacht im Museum zu schlafen.

Der rote Wagen war übrigens schon damals ein Schlafwagen. Nach seiner Restaurierung kann man ihn auch heute wieder als Schlafwagen mieten. Allerdings kommt man damit nicht mehr von A nach B. 😉

Es sieht so aus, als ob Bine dasitzt, wie bestellt und nicht abgeholt. Nein… der nächste Zug nach Santa Fe fährt erst wieder in zwei Tagen. 😀 Im Prinzip ist das der Bahnsteig, vor dem die Züge hielten. Das Gleis von damals gibt es aber heute nicht mehr. Und nun… hereinspaziert in das „Slaton Harvey House“ .

Die Nägel stammen übrigens noch aus dem originalen Gleis von damals. Jeder Nagel hatte eine Nummer, die man dem jeweiligen Gleisarbeiter zuordnen konnte. Und nun noch einen Blick in den Wohnbereich und unser Zimmer/Bad… Das Bad war nicht im Zimmer sondern über den Wohnbereich durch einen kleinen Flur. zu erreichen. Irgendwie fanden wir das lustig. Zum Glück war das Bad aber ausschließlich für uns.

 

Okay… ich als Eisenbahningenieur… das musste mal sein. Nur die Jacke war viel zu klein. Meine Güte waren das damals Hänflinge.  😀

So ihr Lieben, wie man sieht, hatten wir zum Abend lauter gesunde Dinge zu uns genommen – Salat und ein Hopfenmischgetränk. Das heisst also, dass in diesem Augenblick inzwischen draußen die Sonnen untergegangen ist und bei uns die Nacht hereinbricht. Mal schauen, ob das hier auch so abgeht, wie in dem Film „Nachts im Museum“. Auf alle Fälle geht es dann morgen weiter auf den Weg nach San Angelo. Aber das ist dann ein neuer Bericht. 😉

 

Tag 8 – Bergfest und southbound nach San Angelo

Die Zeit vergeht manchmal viel zu schnell… wenn das mal bei der Arbeit so wäre, aber nöööö… Jedenfalls ist heute die Hälfte unserer Reise vorbei und die ersten Erlebinsse beginnen zu verblassen. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass dieser Blog als Mittel gegen unsere Vergesslichkeit dienen soll. Es sind einfach zu viele Eindrücke, die man auf solch einer Reise mitnimmt. Ach ja… und noch ein Hinweis… falls jemand einen Fehler im Text finden sollte, darf er ihn gerne behalten – wir brauchen den einfach nicht. 😀 Irgendwie ist man ja zwischen Autofahrten und Erlebnissen immer auf der Suche nach Zeit, an dem Blog zu schreiben. Da kann man schon mal vergessen, dass man irgendwann zur Schule gegangen ist. 😉


Bine war heute schon rechtzeitig wach… vor mir.  Sie hatte ja auch ein paar Stunden Schlaf Vorsprung. Da ich den 7. Tag ja bereits am Vorabend fertig geschrieben hatte, konnte ich mir es einfach mal leisten, ein wenig länger dem Bett treu zu bleiben. Bine hatte dafür die Gelegenheit, einen tollen Texas-Sunrise (nicht zu verwechseln mit Tequila-Sunrise, für Alkohol war es dann doch zu früh) zu erleben. Ein wenig Neid machte sich bei mir schon breit… 😉 Wenn man genau hinschaut, sieht man auch noch die leeren Gleise. Denn an dieser Stelle standen am Vorabend noch kilometerlange Güterzüge, welche bei der nächtlichen Abfahrt dafür sorgten, dass man beim Schlaf eine Pause einlegen durfte. Das ist nun mal der Preis bei solch einer besonderen Unterkunft.

Das nächste Foto ist von unserer Zimmertür. Wie bereits geschrieben leiden wir an Vergesslichkeit… ookay ich leider darunter – darum musste ich für mich ein Erinnerungsfoto machen.

Bine nutze die Gelegenheit, unsere beiden Reise-Enten Bobby und Lola zu einem Fotoshooting zu überreden… quasi die Prinzessinnen auf der Erbse. 😀 Ich muss gestehen… so richtig wusste ich nie, wie Baumwolle aussieht. Ja okay, ich weiß es grundsätzlich schon… aber so in echt und am Strauch… nun habe ich auch diese Wissenslücke geschlossen. Baumwolle an sich fässt sich wie Watte an. Unser Frühstück hatten wir am Vortag zu 08:00 Uhr geordert, aber solch einen Frühstückstisch hatten wir nicht erwartet. Es gab natürlich das typisch amerikanische Angebot, aber es war saulecker von Kristin zubereitet. (Oder hat man sich langsam daran gewöhnt?) Bei Kristin stellte ich mir eine zierliche kleine Maid vor, welche ein Häubchen trug und einen Hauch vom „Haus am Eaton Place“ verbreitete. Aber damit lag ich völlig daneben… Kristin war eine farbige, recht wohl proportionierte Frau, welche gefühlte 2 Meter groß war. Kurz gesagt… eine Erscheinung, aber sowas von freundlich und mit einem Strahlen im Gesicht, dass der Tag nur gut werden konnte.

Wir wussten, wir waren nicht die einzigen Gäste. Als wir mit dem Frühstück begannen, stießen Tom und seine Frau zu uns. Die Beiden kam aus Pennsylvania und fanden es total spannend, Touris aus Deutschland zu treffen. Man kann eigentlich nicht mehr von Smaltalk reden, denn aus einem geplanten 20-Minuten-Frühstück sind dann locker 45 Minuten geworden. Ja… es war sehr unterhaltsam. Vor Allem, weil die Beiden den Canyon besuchen wollten, den wir bereits kannten. Wir verabschiedeten uns mit dem Wissen, dass wir uns zu 99,9 % nie wieder sehen werden. Aber ich muss auch bei dieser Reise sagen… egal wen und wo wir jemanden getroffen hatten… die Amis sind total freundlich. Nun war es aber wirklich so weit. Wir starteten unsere Fahrt nach San Angelo – jedoch nicht, bervor wir dem durstigen BWM den Tank gefüllt hatten. Erstaunlich ist, dass dieses Auto knapp 7 Liter auf 100 km haben wollte. Ich hatte da im Vorfeld eher viel mehr erwartet. Übrigens hatten wir bis dahin schon über 1000 Meilen mit dem Auto abgespult. Und zur Erinnerung… wir haben erst Halbzeit!

Aber nun ging sie los die wilde Fahrt… wer will noch mehr, wer hat noch nicht. Ach neee… das ist ja auf dem Rummel. 😀 Wir fuhren zuerst die Route 84 South Richtung San Angelo. Auf der Strecke fielen uns 2 Orte auf, wo wir unbedingt mal einen Abstecher wagen wollte. Das war zuerst Snyder – bei dem Namen könnte man wirklich davon ausgehen, dass der Ort von deutschen Einwanderern gegründet wurde. Das wäre nicht nur in Texas keine Seltenheit. Ich weiß zum Besipiel, dass ein Zweig meiner Vorfahren nach Wyoming ausgewandert sind. Das ist allerdings schon ca. 180 Jahre her, da verliert sich schon mal der Kontakt. 😉 Unsere Route führte uns an Feldern vorbei – im Wechsel Baumwollfelder, Erdölfelder oder auch beides gleichzeitig. Auch wenn man es nicht glauben kann, es sind wirklich Erdölfelder, wo die berühmten Pumpen im Abstand von ca. 30 Metern stehen.  Und was man ebenfalls kaum glauben kann, man riecht das Erdöl, wenn man daran vorbei fährt.

Die Baumwollfelder müssen wir an dieser Stelle schuldig bleiben. Immer wenn mal wieder welche zu sehen waren, konnte man auf der Route 84 nicht anhalten. So muss Eure Fantasie herhalten. Die Stadt Snyder hatte ich ja bereits erwähnt, so dass wir dann die Route 84 verließen und auf die 208 fuhren. Was kann man über Snyder eigentlich schreiben…

Also diese Städtchen hat einen netten Stadtkern, wo allerdings an einem Sonntagvormittag weniger los ist, wie in Zepernick mitten in der Nacht. Allerdings muss man auch eine Lanze für Snyder brechen, da am Sonntag um ca. 11 Uhr die Kirche zur Pflichtveranstaltung gehört. Und das ist eigentlich nicht nur in Snyder so, sondern auch in Colorado City. Nein, wir haben uns nicht verfahren, diesen Ort gibt es in Texas tatsächlich. Und da ging es nun hin… weiter auf der 208. Der Weg dorthin waren nur 25 Meilen, also durchaus überschaubar und im Prinzip auch der weitere Weg nach San Angelo.

Wie bereits in Snyder waren auch hier die Leute in der Kirche. Falls es überhaupt eine Gelegenheit gab, um ein Bier zu trinken, dann war es ein Caffee, das eigentlich eher ein Restaurant war. Nun ja… es war die einzige Lokalität, welche geöffnet hatte und somit für die fein angezogenen Kirchengänger DER Treffpunkt war. Da konnten und wollten wir einfach nicht stören. Außerdem war ich unpassend gekleidet. Warum? Das erfahrt ihr später. Wir setzten jedenfalls unsere Reise Richtung San Angelo fort, vorbei an Silver und durch Robert Lee. Robert Lee wurde nach einem General im großen American Civil War benannt. Ich befürchte, dass der General nicht wirklich auf diesen Ort stolz sein würde, wenn er ihn heute kennt. Und weiter ging es auf der 208 nach San Angelo. So langsam begann sich die Vegetation zu verändern. Die Baumwollfelder lagen hinter uns. Erdölpumpen waren auch immer selterner zu sehen, dafür erhoben sich seitlich der Straße Berge, dass man fast von einem kleinen Gebirge reden konnte. Schließlich erreichten wir um ca. 14:00 Uhr unser Hotel .

Wer nun einen Blick auf mein Shirt wirft, wird verstehen, dass ich mich nicht unter die Kirchengänger zuvor mischen konnte. Dabei ist es reine Werbung für die Pankepiraten!

Der Check-In klappte perfekt und Bine sorgte dafür, dass wir wieder frisch gewaschene Wäsche haben. Ich dagegen musste mal wieder mit der Wassertablette und ein wenig Müdigkeit kämpfen. Gegen 17:00 waren wir dann wieder fit für eine Runde durch San Angelo (nein… wir waren nicht wirklich fit 😉 ) Jedenfalls wollten wir mal schauen, was die sogenannte Downtown zu bieten hat. Nun gut… auch hier war es ja Sonntag und da geht in der „Altstadt“ nicht sehr viel.

 

In dem grauen Haus, wo Back to the Basics drüber steht war genau das, was ich mir so gerne angeschaut hätte. Aber Bine war froh, dass der Laden geschlossen hatte. So blieb mir nur der Blick durch das Fenster. 😉

Wir suchten und fanden dann eine Gelegenheit, mal unseren Durst zu stillen.

Die Brauerei auf dem linken Bild hatte zwar geschlossen, aber am Warehouse 105 waren die Pforten für uns geöffnet. Boah… welch Geruch uns hier entgegen strömte… aber Durst ist schlimmer als Heimweh. 😀 Mit dem Barkeeper sind wir natürlich auch in ein Gespräch verwickelt worden. Sein Onkel und sein Großvater waren aus Deutschland aus der Ecke Blackforrest. Nach einem Bier hatten wir aber dann wirklich genug und beschlossen, noch eine Runde mit dem Auto durch San Angelo zu drehen und dann den Weg zurück zum Hotel zu nehmen. Welch ein Zufall… eine Brauerei fiel uns quasi vor’s Auto. Also hielten wir hier an und kehrten zu einem tollen Abendessen und einem Bier aus eigener Produktion ein.

   

Oh was waren wir satt… ziemlich doll satt… so brauchten wir auch nicht mehr zum Walmart. 😀 Im Gegensatz zu Downtown, ist bei den Shopping-Malls auch am Sonntag immer Hochbetrieb. Aber dieses Mal ohne uns, weswegen wir auch auf direktem Weg zum Hotel fuhren.

 

Hier wurden wir schließlich auch schon von Bobby und Lola erwartet.


Und nun ist auch der Bericht für unser Bergfest geschrieben und der morgige Tag kann entspannt beginnen. Dann geht es weiter in die Nähe von San Antonio. Dort kennen wir uns ja schon aus… ein wenig… da wir vor 5 Jahren schon einmal das Vergnügen hatten. Aber das… ist dann ein anderer Bericht. 😀 In diesem Sinne für Euch schon mal einen schönen Montag.

Tag 9 – Der Weg nach New Braunfels

Vorweg muss ich mich entschuldigen. Der gestrige Tag hatte doch ziemlich geschlaucht. Da war nach einem kleinen Drink einfach keine Kraft mehr für den Blog vorhanden. Nun wird das aber nachgeholt…


Wir wollten San Angelo der Rücken kehren und Fahrt Richtung San Antonio, aufnehmen. Besser gesagt war unser Ziel New Braunfels. Sicher mag jetzt jemand denken, dass ich den Ort falsch geschrieben habe – der irrt aber gewaltig. Wie viele Orte in Texas, wurde dieser Ort durch deutsche Einwander gegründet. Genauer gesagt wurde New Braunfels wurde nach dem Landkauf (500 Hektar) 1845 im Auftrag des Vereins zum Schutze deutscher Einwanderer in Texas (Mainzer Adelsverein) gegründet. Soviel nur kurz zu unserem Zielort. Die Strecke, welche wir uns nach New Braunfels bringen sollte, war eigentlich mit ca. 230 Meilen geplant. Aber wie es so oft ist, gibt es spontane Änderungern. Wir fuhren jedenfalls in San Angelo los und wie man sieht, gibt es auch bereits hier deutsche Einflüsse bei den Namen der Orte.

So langsam lagen die Erdöl- und Baumwollfelder hinter uns. Wir hatten allerdings scheinbare Begleiter in der Luft. Immer wieder kreisten Falken über der Straße, auf der wir fuhren. Sollte das was bedeuten? Da bin ich mir ganz sicher, aber die Aufmerksamkeit lag bestimmt mehr auf den Opfern neben der Strecke. Eigentlich wollten wir nach Fredericksburg fahren und dort eine erste Pause einlegen. Da Bine jedoch bei der Fahrt den Texas Travel Guide wälzte, entwickelte sie sich langsam zum Reiseführer und fand immer wieder spannenden Orte. So wie auch die Ruins of Real Presido de San Saba, welche sich nahe der Standt Menard befinden. Leider ist es in Texas oft so, dass es zwar Sehenswürgikeiten gibt, diese aber nicht sehr beworben werden. Sprich… selten Wegweiser und man muss suchen… oder Google bemühen, wenn man dann auch Netz hat. 😉 Wir hatten das Glück und so konnten wir uns zu den Ruinen navigieren lassen. Diese Ruinen stammen von einem Fort/Mission aus der Zeit der spanischen Anektion 1751.

Wie man sieht, lag das Fort direkt am Fluß San Saba. Grundsätzlich sehr clever, allerdinge war das „Gebäude“, durch welches das Foto gemacht wurde, eine Bastion auf der Südostseite. Diese Bastion bestand aus einem flachen Raum, in dem sich 2 Kanonen befanden. Was sie „Jung“ in diesem Raum erlebten, wenn die Kanonen abgefeuert wurden, kann man sich vorstellen. Insgesamt lebten in dem Fort neben den Soldaten und dem Presidente auch Familien, welche ordentlich Leben in das Fort brachten. Heute leben durch nur noch Echsen und mexikanischer Stachelmohn.


Ganz in der Nähe (20 Meilen) befand sich ein weiteres Fort, welches zwar einen Umweg bedeutete, aber sich unserem Drang nach Kultur förmlich aufzwängte. So begaben wir uns zum Fort McKavitt, welche ziemlich gut instandgesetzt wurde und als Museum diente. Auf dem Weg dorthin erlebten wir dann auch das Spiel „Fressen und gefressen werden“.

Das Fort McKavett ist eine Geisterstadt in Menard County die nach ihrer Stilllegung als Fort bis in die 1970er Jahre eine Zeit lang von lokalen Hispanics besetzt war. Die Siedlung Fort McKavitt hatte Ihren Ursprung in der 1850er Jahren und wurde 1859 geschlossen, so dass die Zivilbevölkerung in sichere Gebiete, wie Scbtown floh, um vor der Verwüstung durch die Indiander geschützt zu sein.Die US Army eröffnete den Außenposten als Fort McKavett wieder.

Natürlich waren auch genug Gelegenheiten für Blödsinn, wie ausnüchtern, Stuben- und Revierreinigung und einen Blick ins Lazarett, wo auch für die schwierigen Fälle vorgesorgt war. Uns erstaunte aber auch, dass an den Betten deutsch Namen standen. Wenn man weiß, dass in dieser Gegend damals viele Iren und Deutsche angesiedelt waren, erklärte sich da von selbst.  Für die niedrigeren und höheren Offizieren war die Unterkunft natürlich etwas gehobener, da die Familien mit in den Unterkünften wohnten. Selbst für uns gemeinem Fußvolk war der Zutritt nur begrenzt möglich. 😉

Nach diesem kleinen Ausflug in die texanische Geschichte, setzten wir unseren Weg fort. Unseren ursprünglichen Plan, nach Fredericksburg zu fahren hatten wir inzwischen verworfen, da die dortigen Attraktionen erst wieder ab Mittwoch Nachmittag verfügbar waren. Bine fand in dem Travelguide eine weitere Sehenswürdigkeit, welcher wir einen Besuch abstatten mussten – Stonehenge II eine etwas kleiner Kopie des Originals in England.

   

Nachdem wir Fredericksburg als Zwischenstopp nicht mehr als so wichtig angesehen hatten, hatte Bine DIE Alternative gefunden – die Stadt Boerne. Für uns war es ganz wichtig, dass man hier eventuell etwas schnabulieren konnte. So auf der Karte machte es erstmal nicht so den tollen Eindruck, welcher uns aber absolutly täuschte. Boerne hat die Größe einer deutschen Kleinstadt, ist sauber und als Übernachtungsmöglichkeit total zu empfehlen. Man achte auf den Namen der Stadt, welcher nicht von ungefährt kam. 1849 kamen als erste Siedler deutsche Auswanderer in diese Gegend und siedelten am Cibolo Creek. Sie nannten die Ansiedlung Tusculum. 1852 benannten sie den Ort um in Boerne, nach dem deutschen Autoren und Publizisten Ludwig Börne. In Boerne gibt es eine lange Tradition der deutschstämmigen Bevölkerung, so wurde der 1860 gegründete „Boerne Gesangverein“ erst 1977 aufgelöst. Ebenfalls 1860 entstand die heute noch bestehende Boerne Village Band und 1864 der noch aktive „Boerne Schützenverein“. Seit 1967 wird in Erinnerung an die deutschstämmige Tradition jährlich das „Bergesfest (Berges Fest)“ gefeiert. Bine fand auch ein Retsaurant, dass den lustigen Namen „The dodging Duck Brewhaus“ – Die ausweichende Ente Brauhaus – trägt.

Auf der anderen Straßenseite waren an dem Fluß Enten unterwegs, welche sich durch den Straßenverkehr in keiner Weise stören ließen. Der zugehörige Park ist auch eine Art Naturschutzgebiet in welchem einige Gänse darauf bedacht earen, ihr Revier zu verteidigen… erfolgreich, wie man sieht. Wir konnten somit unverletzt weiter nach New Braunfels fahren


Die geplante Fahrt von ca. 2,5 Stunden hatte nun 6 Stunden beansprucht. Aus den veranschlagten 230 Meilen wurden knapp 400. Nach einer anstrengenden Fahrt an San Antonio vorbei und mitten in der Rushhour über den Highway nach New Braunfels waren wir dann in unserem Hotel angekommen. Just in dem Augenblick, wo wir in unserem Zimmer waren, wich auch die Anspannung der Müdigkeit. 1-2 Bierchen mussten sein… und noch ein wenig die Bilder vom Tag sortieren… dann gingen bei uns die Lichter aus. Zum Glück haben wir hier 3 Übernachtungen geplant, so dass wir genug Zeit haben, diese Gegend zu erkunden. Ein wenig kannten wir uns ja hier aus, da wir vor 5 Jahren schon mal in San Antonio waren, aber eben zu kurz. Das wollten wir nun ändern, doch das… ist ein neuer Bericht. 😀

Tag 10 – Die „Umgebung“ von New Braunfels

GUTEN MORGEN DEUTSCHLAND!!! Vermutlich werden wir noch schlafen, wenn Ihr diesen Bericht lest. Und der handelt von Tag 10 – dem 18.04.2023. Unsere erste Nacht in New Braunfels liegt hinter uns. Es war eine ziemlich unruhige Nacht, da zwei „wilde Tiere“ zeigen wollten, wer lauter sein kann. Mir tut jetzt noch mein Gaumensegel weh. 😀 Das ist übrigens ein Blick aus unserem Hotelfenster – eine Schule. Hier kamen regelmäßig diese großen gelben Schulbusse an, aber auch die Elterntaxis sind sehr gefragt

Das Frühstück war natürlich wieder typisch americanlike, aber die Auswahl konnte sich sehen lassen. Ein Foto… das kann ich Euch nicht vorenthalten… eine Pancakemaschine. Bei unserem letzten Besuch in Amerika musste man noch per Hand den Teig einfüllen. Heute geht das alles mit einem Knopfdruck. Die Entwicklung geht eben auch hier weiter. 😉

Heute wollten wir die Umgebung von New Braunfels erkunden. Bevor es los ging mussten allerdings noch 2 Sachen erledigt werden. Da war der Bericht vom gestrigen Tag und… den Tank des Mietwagens füllen. Unsere gestrigen Eskapaden haben das Auto doch recht ordentlich am Tank nuckeln lassen.  Bei ca. 16 Galonen für gut 50$ macht das Verbrennen von Gas (so nennt man hier den Sprit – außerdem noch Petrol) einfach mal Spaß. 😉 Die erste Station sollte „Gruene“ sein – ein Ortsteil von New Braunfels und mit knapp 4 Meilen nicht wirklich weit. Hier waren wir vor 5 Jahren schon einmal. Allerdings war es damals krachend voll – vermutlich weil irgendein Fest war. Heute dagegen war „Gruene“ eher entspannt, aber nicht weniger interessant.

  

Über Gruene gibt es viel zu schreiben. Da ich das Fahrrad nicht neu erfinden muss, bedanke ich mich brav bei Wikipedia:

Gegründet wurde das Dorf von den Söhnen der deutschen Siedler Ernst und Antoinette Gruene. Schon im 19. Jahrhundert gab es in Gruene eine Bank, eine Post, eine Schule, eine Tanzhalle für die örtlichen Arbeitskräfte, eine Schrotmühle sowie eine Baumwoll-Entkörnungsmaschine. Zwei Schienenstränge erleichterten das Verladen der Baumwolle.

Die 1878 durch Heinrich D. Gruene erbaute Tanzhalle Gruene Hall ist nach Angaben der Besitzer bis zum heutigen Tag durchgehend in Betrieb und man bezeichnet sie als die „älteste noch genutzte Tanzhalle in Texas“. Auftritte von  Willie Nelson, George Strait, Jeff Walker und vieler anderer machten die Gruene Hall legendär. 1996 war sie Schauplatz in dem Film Michael mit John Travolta. Nun genug mit Klugscheißerei. Auf dem nächsten Bild sieht man eine Kreuzung. Hier wurde Bine vor 5 Jahren von einem Polizisten dermaßen zurückgepfiffen, dass wir Sorge hatten, dass sie im Knast übernachten darf. 😀 Nein… so schlimm war es nicht!

    

Natürlich ließen wir es uns nicht nehmen, eine kleine Trinkpause einzulegen. Es war ja schließlich schon nach Mittag. In Gruene selbst gibt es zwar viele Hinweise auf die deutsche Vergangenheit, aber die deutsche Sprache… no chance! Aber inzwischen hatten wir ein ganz anderes Problem… es regnete… in Texas. Nun ja… es gibt natürlich einige Geschäfte, wo man geduldig auf das Ende des Regens warten konnte.

Im Prinzip gab es allen möglichen Kram, den man sich vorstellen kann. Außer… nun gut, einen Rasenmäher und einen Lone Star. Ein Lone Star hängt im Prinzip an fast jedem Haus in Texas. Den wollte ich für unsere Ranch haben und renne diesem Teil nun seit fast 10 Tagen hinterher. Ach ja… das Badehaus auf dem letzten Bild heißt nur noch so. Da es inzwischen auch in Texas Brauch ist, dass jedes Haus ein eigenes Bad hat, wurde es in ein Geschäft umgewandelt. Wir waren geschlossen der Meinung, dass Gruene einfach einen unbeschreiblichen Charme hat. Sollte es uns noch einmal in diese Ecke verschlagen, dann ist ein Abstecher hierher Pflicht.


Eins war schon vorher klar… heute sollte Gruene nicht alles gewesen sein. Bine hatte schon vor einer Weile die Stadt Bandera auf dem Schirm gehabt. Okay… liegt nicht ganz in der Nähe, aber mehr als das man enttäuscht wird, kann ja nicht passieren. Es liegt ja auch nur knappe 80 Meilen von Gruene entfernt. 😀 Auf der Fahrt fanden wir dann viele bekannte Namen für Straßen und Orte. Aber seht selbst… Ach ja… das erste Bild stammt von der Autobahn rund um San Antonio. Wir kpnnten uns nicht daran erinnern, dass es vor 5 Jahren dieses Autobahnknäuel auch schon gab. Es könnte aber durchaus sein, dass die Amis einfach mal schneller sind, als wir in Deutschland mit dem BER.

Nach über 1,5 Stunden trafen wir dann in Bandera ein und… wir wurden nicht enttäuscht.

Aber ja… es gibt dort natürlich auch viele Shops, in denen man Stunden verbringen kann. Und wenn Papa das schreibt, dann hat das schon was zu bedeuten. Es gab auch einen Laden, der extra öffnete, weil wir und ein paar andere Besucher der Stadt sich die Nase platt drückten.

An dieser Stelle gibt’s wieder eine kleine Episode zu erzählen. von den anderen „Stadtbesuchern“ merkte jemand, dass wir not , nothing,niemals aus Amerika sind. Er fragte uns in einem fast perfektem Deutsch, wo wir herkommen. Natürlich sind wir gerne Touris und sagten ihm… aus Berlin… Deutschland (nur zur Sicherheit) Oh… damit trafen ins Schwarze – er stammte aus dem Rheinland. Aber offensichtlich ist das schon sehr lange her, denn man merkte im schon etwas an, dass er sich sprachlich von  seiner Heimatsprache entfernt hatte. Aber egal… er freute sich… wir freuten uns… und darauf kommt es doch an. Und nun… DER Augenblick… in einem Laden gab es ihn… den… meinen Lone Star!!! Ich bekam das Grinsen vor Freude einfach nicht mehr aus dem Gesicht.

Man muss sagen… in Bandera hat jemand dafür gesorgt, dass es nicht den Weg viele anderer Städte geht. Hin und wieder konnte man sehen, dass es Orte in der Stadt gab, welche in einem neuen Glanz erstrahlten. Hier nur ein Beispiel. Vor 40 Jahren war diese Boutique noch eine Tanke.

 


Eins darf man nicht vergessen… unser Ausflug in die „Umgebung“ begann ja recht spät. Wir mussten also langsam die Rückfahrt antreten, wobei uns das Navi ein Fahrtzeit von ca. 2 Stunden offeriert hatte. Wir wollten auf der Rückfahrt auch die Interstate meiden, da ja um San Antonio wieder mit der Rushhour zu rechnen war. Außerdem hatten wir auf der Fahrt nach Bandera einen Foodtruck gesehen. An dem wollte wir anhalten, um uns zu stärken. Hier sollte es Schnitzel geben… na das wollten wir mal sehen, ob es den deutschen Ansprüchen entspricht. 😀

Das passiert, wenn man einem Texaner das Handy gibt, damit er ein Foto macht. Ach ja… übrigens kam die Mutter seiner Frau aus Deutschland. Manchmal kann man das nicht glauben, aber es ist tatsächlich so.

Oh das Schnitzel war gut… klein, aber gut. Selbst der Gurkensalat konnte sich sehen lassen. So gestärkt konnten wir dann locker den Weg zurück ins Hotel bewältigen.


Und das war nun unser Tag 10. Aus der Erkundung der  Umgebung sind über 150 Meilen geworden, welche sich aber absolut gelohnt haben. Nun noch ein Bier… dann werden wir wohl langsam das Licht aussmachen. Morgen gehts dann direkt nach San Antonio. Das Alamo lassen wir aber aus, denn das hatten wir vor 5 Jahren schon eimal ausgiebig besichtigt. Falls jemand darüber mehr wissen will… im Menü der Homepage gibts den Punkt – Die Reise ins Dixieland. Dort erfährt man viele interessante Sachen über das Alamo und die ganzen Kriege in den US. Und über Gruene ist dort natürlich auch noch viel nachzulesen. Oh man… ick freu mir auf San Antonio und das Hard Rock Cafe. Aber das ist ein neuer Bericht. 😀

 

Tag 11 – Ein Tag in San Antonio

Es ist der 19.04.2023… und täglich grüßt das Murmeltier. So zumindest bei der Schule gegenüber.

Für uns stand heute ein ganzer Tag San Antonio auf dem Programm. Bevor ich es vergesse… wer sich noch an Tag 9 erinnert, wo die bösen schwarzen Vögel das Wildtier vernaschen… wir haben mal recherchiert und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass es sich um Rabengeier, einer Unterart der Neuweltgeier handelte. Damit haben wir das auch geklärt. 😀 Nun aber zurück zum heutigen Tag. Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg nach San Antonio Downtown. Neben unserem BWM stand ein Truck von Ford… ich frage mich jedesmal, wie man hier einen Blick in den Motorraum werfen will. Offensichtlich benötigt man eine Leiter dazu… ich auf alle Fälle! 🙂

Um nicht in die morgendliche Rushhour zum kommen hatten wir uns dazu entschieden, nicht die Interstate zu nehmen, sondern Google-Maps befohlen, Autobahnen zu vermeiden. Zeitlich ist das kaum ein Unterschied, aber man fährt einfach entspannter und kann mehr von der Gegend sehen. Schließlich ist das für uns Touris ein Aspekt, den man nicht unterschätzen sollte. Ich wiederhole mich nur ungern, aber wir fuhren wieder durch Orte bzw. an Orten vorbei… ALLES DEUTSCH! 😉

Nach ca. 1,5 Stunden waren wir dann da angekommen, wo wir hin wollten. Die Parkplatzsuche hielt sich zu dieser Zeit noch in Grenzen. Da San Antonio ziemlich attraktiv ist, zieht es natürlich viele Touristen und Soldaten aus dem nahegelegenem US-Airforce Stützpunkt an, welche mit ihren Familien einen Ausflug in diese Stadt machen. Auch wenn wir hier schon einmal waren, irgendwie kam mir alles viel größer und weiter vor, als ich es in Erinnerung hatte. Es könnte auch daran liegen, dass die Neugier nicht mehr so groß war. Der erste Weg führte uns zum Alamo. Wie bereits gestern geschrieben, gingen wir aber nicht hinein. Zwischendurch gibt es auch ein Bild von den  Alamo-Rangern – Respekt machte sich breit

 

    

Auf dem Alamo-Plaza finden zur Zeit umfangreiche Bauarbeiten statt, wobei der Plaza als Alamocenter komplett umgebaut wird. Ich hoffe, dass das Flair darunter nicht leidet. Somit zogen wir dann weiter durch die Downtown von San Antonio und durchstreiften Gegenden, welche wir schon kannten oder neu entdeckten. Ein Besuch im Hard Rock Cafe musste natürlich sein. Auf dem Weg dorthin sind wir auf einen Biergarten gestoßen. Es ist schon erstaunlich, welche Vorstellungen die Amerikaner von Deutschland haben – alles ist Bayern und Hofbräuhaus. Wobei… stellen wir uns bei Amerika nicht auch immer alles wie wilder Western, Route 66, Knarren und Countrymusic vor? Dabei sieht das Leben hier doch völlig anders aus. Gerade in San Antonio ist es uns wieder aufgefallen, dass es auch hier Leute gibt, die auf irgendwelchen Treppen rumlungern… abseits des öffentlichen Leben immer wieder Hütten sind, wo sich kein Hund reintraut, aber darin Leute leben. Das Leben ist auch in Amerika nicht immer Hollyday. Aber zurück zu unserem Streifzug…

Auf dem Weg vom Biergarten zum Hard Rock Cafe „mussten“ wir durch das Hotel Hyatt, wo die Aufzüge scheinbar bis in den Himmel fuhren. Also nicht für uns und schon garnicht für unsere Brieftasche. 😀

Aber dafür führte unser Weg am San Antonio River vorbei, welcher durch die Stadt fließt… allerdings auch künstlich angelegt, aber nicht minder schön.

Und dann waren wir Wiederholungstäter an dem Ort, wo wir vor 5 Jahren schon einmal waren… das Hard Rock Cafe von San Antonio.

Ein Rundgang durch das HRC und ein Besuch im Shop ist immer… wirklich immer… Pflicht! 😉 Bine hatte schon eine ganz besondere Sache auf dem Plan. Eine Rundfahrt mit dem Boot auf dem San Antonio River… und das machten wir auch. Der „Kapitän“ Jonathan hatte den Schalk im Nacken, so dass die Fahrt sehr kurzweilig und interessant war. So hatte man auch die Gelegenheit, so manche Sachen über die Geschichte von San Antonio zu erfahren.

   

Aber auch diese Bootsfahrt war irgendwann vorbei. Eine Station hatten wir noch auf dem Schirm… den Buckhorn-Saloon. Auch hier waren wir vor 5 Jahren schon einmal. Es gibt aber nun mal Sachen, die muss man immer wieder machen. Habe ich grade gereimt? 😉 Auf dem Weg zum Buckhorn-Saloon fiel mir dieses Schild auf… warum musste ich in diesem Augenblick an Top-Gun denken? ;


Der Buckhorn-Saloon ist der älteste Saloon in Texas… so heißt es zumindest. Außer das man hier gut essen kann (nicht wir… wir waren noch vom HRC satt) und ein nettes Bierchen trinken kann, gibt es auch 2 Museen, welche von der Geschichte des Saloons handelte bzw. einen Einblick bei den Texas-Rangers bot. Also ich hatte früher immer Texas-Ranger mit Chuck Norris geschaut und war somit bestens informiert. So konnten wir auf den Museumsbesuch verzichten. So langsam wurde es auch Zeit, wieder den Rückweg zum Hotel anzutreten, da wir noch einen Abstecher zum Walmart machen mussten. Eh nun jemand fragt… jaaaaa… unser Bier war alle! Außerdem brauchten wir noch ein wenig Obst für unser Abendmahl. Es ist unglaublich, wie gesund wir hier leben. 😀 An dieser Stelle muss ich unbedingt mal eine Verkehrsregel im amerikanischen Straßenverkehr erklären. Wie würdet Ihr handeln, wenn man dieses Verkehrsschild seht?

Die Lösung ist recht simpel… ich hatte sie in den vergangen Jahren nur vergessen. Dieses Schild steht an einer Kreuzung an allen ankommenden Straßen. Wer zuerst da ist, darf zuerst fahren, dann der Zweite, der Dritte usw. Quasi im Prinzip wie beim Doc… wer war der Letzte hier? 😉 Bei Zweifeln, wartet man, bis man sich irgendwie geeinigt hat. In Amerika wird außerordentlich defensiv gefahren. Es gibt zwar Ausnahmen, aber grundsätzlich ist der Verkehr entschleunigter, als in Deutschland.


Ca. 17:30 waren wir dann wieder im Hotel… kurze Pause, Bilder sortieren und dann ging es schon daran, die tägliche Fütterung des Blogs vorzunehmen. Damit ihr mal einen Eindruck bekommt, wie es an meinem „Arbeitsplatz“ aussieht, ist hier ein Foto. Das Obst ist eindeutig zu erkennen! 😀


Und nun ist es auch schon wieder 20:30 Uhr. Wir gönnen uns noch ein wenig amerikansches Color-TV. Irgendwann fallen uns die Augen zu und wir starten die letzte Nacht in New Braunfels. Morgen geht es dann weiter Richtung Süden über Corpus Christi auf die Mustang Islands am Golf von Mexico. Das ist aber ein anderer Beitrag. 😀

Tag 12 – Wir fahren auf die Mustang Islands

Moinsen zusammen! Bei Euch ist es bereits der 21.04.2023 – hier schreiben wir noch den 20.04.2023 und… 20:00 Uhr. Höchste Zeit, den Blog für den vergangenen Tag zu füttern.


Das Wetter begann am Morgen so, wie es am Vortag aufgehört hatte. Nicht kalt, aber so richtig feuchtwarm – quasi ein Tauwetter für Dicke. Egal… man kann über das Wetter meckern, bringt aber nichts. Der Bauch und der Tank waren jedenfalls gut gefüllt. So konnte uns der Weg nach Corpus Christi führen – genauer gesagt auf die Mustang Islands nach Port Aransas am Golf von Mexico. Hier wollen wir uns ein paar Tage Ruhe gönnen. Ob das klappt? Wir werden sehen! Aber vorerst stehen bei uns ca. 200 Meilen auf dem Plan. Auch heute verzichteten wir, auf der Interstate durch San Antonio zu fahren. Es ist einfach mal völlig entspannt, neben der Hauptroute zu fahren. So ging es dann durch Karnes, einem Städtelein auf der halben Strecke.

 

HIer stand übrigens ein halbnackter Mann vor einem Haus, der es nicht wirklich lustig fand, dass wir Fotos machten. Bevor er jedoch die Flinte holen konnte, waren wir schon wieder weg. Ein Foto mit ihm hatten wir leider nicht. 😀 Ehrlich gesagt hatten wir in Karnes nicht mal angehalten, sondern wollten einfach nur mal schauen, was es hier so gibt. Nun gut… nicht viel! 😉

Im Vorfeld hatte ich auf der halben Strecke eine Pause mit Picknick eingeplant. Das war dann so ungefähr in Beeville.

Bei dem letzten Bild dachte ich doch echt, dass sich ein Vogel einen Spaß machte und mir etwas „Haarshampoo“ spenden wollte. Zum Glück waren es aber nur Regentropfen. Beim letzten Besuch im Walmart hatten wir dafür gesorgt, dass der kleene Dicke mal wieder Wurscht und Käse uffs Brötchen bekommt. Ich weiß… es ist schwer nachzuvollziehen, aber ich fühlte mich glücklich. 😀

Weiter ging die wilde Fahrt nach Corpus Christi, bis… ja bis eine Baustelle uns ein wenig aufgehalten hatte. Dazu muss ich eine kleine Begebenheit erzählen, welche wir vor einigen Tagen an einer anderen Baustelle hatten. Das Männecken mit dem Stopschild war für mich nicht zu sehen, also praktich nicht existent. Also fuhr ich einfach mal an den wartenden Autos vorbei. Ein Bauarbeiter in der Baustelle fand das völlig unlustig und winkte uns energisch an die linke Seite. Das war auch gut so, denn der Gegenverkehr war bereits im Anmarsch. Als dann die Fahrt frei war , winkte er uns durch, schüttelte aber fassungslos den Kopf. Ach ja…  als Touris kann das Leben so schön einfach sein! 😀 Aber nun zurück zu unserer Fahrt… denn hier hatte ich alles richtig gemacht. Das Auto auf dem letzten Foto war… hmmmm… also beim Formel 1 nennt man es Safety Car. Es gab das Tempo vor, wie man die Baustelle zu passieren hatte. Das ist ja mal ein Service!

Ich nutze mal die Gelegenheit, um auf die Historical Marker hinzuweisen. Die stehen unzählbar in Texas an den Straßenrändern und sollen auf ein historisches Merkmal hinweisen. Das können irgendwelche Tafeln sein, auf denen etwas über die Geschichte steht, oder manchmal auch auf ein historisches Gebäude aufmerksam machen. Wir gehen mal davon aus, dass dieses Gebäude dazu gehört.

Und dann war es soweit… gespannt rollten wir nach Corpus Christi ein. Da wir aber eine autobahnfreie Route wählten, führte uns das Navi durch das Gewerbegebiet. Oh je… davon gibt es hier ziemlich viel. Teilweise würden das alte Bitterfeld und die Leunawerke neidisch werden. Doch das Navi sollte uns in die Downtown von Corpus Christi führen. Das erledigte es übrigen ziemlich perfekt. An dieser Stelle muss ich mal wieder Wikipedia meinen tiefsten Dank ausdrücken… Corpus Christi wurde 1839 von Colonel Henry Lawrence Kinney als Kinney’s Ranch oder Kinney’s Trading Post gegründet, um den  mexikanischen Revolutionären Waffen verkaufen zu können. Die Geschichte reicht jedoch schon bis ins 16. Jahrhundert zurück.Die Stadt ist nach der Corpus Christi Bay benannt, die 1519 vom Spanier Alonso Alvarez de Pineda am Fronleichnamsfest entdeckt und daher so genannt wurde (lateinisch für „Leib Christi“).  Was wäre ich ohne Wikipedia?!?! 😀 Doch leider ist es nur der Name… von der Bedeutung ist hier keine Spur.

  

Zu dem letzten Bild müssen wir sagen… es war ein Bierchen  (IPA vom Fass) für insgesamt unglaubliche 1,08 $ (2x half Pint). Manachmal hat man Glück, dass man in eine Happy Hour rutscht. Ansonsten versuchten wir in Corpus Christi etwas zu finden, was wirklich unsere Spannung fördert.

Ich will nicht ungerecht sein… es kann sein, dass es zu einer anderen Uhrzeit und nicht unbedingt mitten in der Woche anders in Corpus Christi abläuft. Es gab hin und wieder Werbung für Lifemucke, was zumindest dafür sprach. Allerdings liegt die Stadt ca. eine Stunde von unserem Hotel in Port Aransas entfernt. Und dahin sollte es nach unserem Zwischenstopp gehen. Da Port Aransas auf dem Mustang Island liegt, müsste es einen Weg hoffentlich ohne Fähre geben. Natürlich!!! In Amerika läuft nichts, ohne Auto.

And dieser Stelle muss ich eine Sache klar stellen… auch wenn es den Anschein hat, auf dem nächsten Bild ist nicht der Fehmarnsund zu sehen. Es handelt sich tatsächlich um die Bucht, bevor es auf die Inseln geht – zuerst über Padre Island, danach auf die Mustang Island. Über diese Brücke dahin muss es gehen… ja, es muss und es ging. In echt sieht die Brücke noch gewaltiger aus.

Schließlich waren wie da… am Hotel, im Zimmer und die Luft war unverändert. Man bekam einen Schock, wenn man aus dem Auto stieg. Feucht, warm und noch immer nicht mein Ding… eigentlich, denn das Zimmer hat ja Klima und es gab einen Pool um sich erstmal zu erfrischen. Nun ja… ich wollte es nicht glauben, dass die Pooltemperatur mit 90 Grad Fahrenheit (über 32 Grad Celsius) angegeben waren. Aber es war kein Stück gelogen – eine Badewanne kann nicht wärmer sein. Aber es war nass und wenn man rauskam, war die Luft gefühlt saukalt. Ob das der Sinn dabei war… ich weiß es nicht. Selbst das Bier war ungekühlt angenehm kühl. 😀


An dieser Stelle neigte sich dann der Tag langsam dem Ende entgegen. Wohlgemerkt… zum Beginn dieses Beitrages war es 20:00 Uhr. Nun ist es 21:15 Uhr durch und draußen ist es stockfinster. Da wir hier ja ein paar Tage Ruhe genießen wollen, könnte es durchaus sein, dass wir die nächsten Tage zusammengefasst in einem Beitrag schreiben. So viel ist hier vermutlich eh nicht los. Aber das eben nur vermutlich… man weiß ja nie, was uns so alles passiert. 😉 In diesem Sinne wünsche ich Euch einen schönen Freitag und uns eine Gute Nacht. 😀

 

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